Bern
Kommentar: Morgenröte in der Disco
Von Simon Jäggi. Aktualisiert am 21.06.2011
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Nein, diesmal wollten sich Regierungsstatthalter Christoph Lerch und Sicherheitsdirektor Reto Nause nicht den Vorwurf machen lassen, sie hätten die Betroffenen nicht einbezogen: An der Medienkonferenz sprachen neben den beiden sechs weitere Behörden- und Gewerbevertreter zum neuen Sicherheitskonzept. Zudem waren etliche Klubbetreiber vor Ort.
Eine ganz andere Atmosphäre als im Frühjahr: Das Gastgewerbe fühlte sich vor den Kopf gestossen, als die Lokale in einem harsch formulierten Brief erfahren mussten, Hunderte von Franken monatlich für Securitas-Patrouillen zahlen zu müssen – ohne angehört worden zu sein. Das Schreiben des Regierungsstatthalters war dabei aber eher ungeschickt als böser Wille: Was als Diskussionsgrundlage hätte dienen sollen, klang schwer nach vollendeten Tatsachen. Das farbige Discolicht im Bonsoir wandelte sich gestern zur Morgenröte. Der Eklat hat Lerch und Nause veranlasst, das zu tun, was sie von Beginn weg hätten tun sollen: den Betroffenen Gehör schenken. Auch sie wollen nämlich eine friedlichere und weniger versiffte Partymeile – zumindest die Betreiber, die das Konzept miterarbeitet haben.
Nun liegt es vor allem an den «Problemkindern» unter den Klubs, ein Bekenntnis abzugeben. Unterschreiben sie das Papier nicht, ist die Wirkungskraft arg infrage gestellt. (Der Bund)
Erstellt: 21.06.2011, 08:13 Uhr
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