Bern

Kinderbetreuung mit Gutscheinen: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Aktualisiert am 24.02.2012

Die Betreuungsgutscheine sind auf Kurs: Bereits Mitte Oktober können Eltern die Gutscheine beim Jugendamt oder der Stadt Bern beziehen.

Künftig werden die kleinen Kita-Gänger subventioniert, nicht mehr die Kitas selbst.

Künftig werden die kleinen Kita-Gänger subventioniert, nicht mehr die Kitas selbst.
Bild: Valérie Chételat

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Anfang 2013 führt die Stadt Bern Betreuungsgutscheine für Kindertagesstätten ein. Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Bereits am kommendem Herbst wird der geplante Systemwechsel erste Auswirkungen auf die Eltern haben, wie der Stadtberner Gemeinderat am Freitag mitteilte. Dann werden nämlich die subventionierten Plätze in den Kindertagesstätten gekündigt. Anschliessend erhalten die Eltern einen Betreuungsgutschein, den sie in der bisherigen oder bei einer neuen Kita einlösen können.

Ab Mitte Oktober liegen die Gutscheine bereit

Wer seine Kinder bisher nicht auf einem subventionierten Platz betreuen liess und einen Betreuungsgutschein möchte, kann diesen ab Mitte Oktober beim Jugendamt der Stadt Bern beziehen.

Die Stadtberner Stimmberechtigten sprachen sich im vergangenen Mai für die Einführung von Betreuungsgutscheinen aus. Ein Lenkungsausschuss ist dabei, die nötigen Grundlagen zu erarbeiten.

Das neue System in der Stadt Bern bedingt auch eine Änderung des kantonalen Rechts. Da dieses aber nicht rechtzeitig angepasst werden kann, hat der Kanton der Stadt Bern eine Pilotbewilligung erteilt.

Auch Plätze für sozial dringliche Fälle

Der Kanton verknüpfte damit aber auch Bedingungen: so dürfen die einzelnen Familien mit den Gutscheinen finanziell nicht stärker belastet werden als heute, das heisst, die Elterntarife dürfen nicht steigen. Weiter schreibt der Kanton vor, dass auch im neuen System sozial dringliche Fälle Plätze erhalten müssen.

Nicht nur kantonales Recht muss angepasst werden, sondern auch städtische Reglemente. Das Stadtparlament wird sich im Sommer 2012 damit befassen.

Die Stadt will die Eltern noch vor den Sommerferien detailliert über den Systemwechsel informieren.

Kritik vom Grünen Bündnis

Kurz nach der Mitteilung des Berner Gemeinderats meldet sich am Freitag das Grüne Bündnis kritisch zu Wort: Der Zwischenbericht lasse viele Fragen unbeatwortet. «Was in der Volksabstimmung 2011 als Wundermittel angepriesen wurde, entpuppt sich als finanzielle und bürokratische Wundertüte», schreibt die Partei. Sie fordert Transparenz bezüglich der Zusatzkosten, welche durch die Einführung der Betreuungsgutscheine entstehen.

(hjo/sda)

Erstellt: 24.02.2012, 12:53 Uhr

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