Bern
«Kantigi Grinde» und viel Stallgeruch an der BEA
Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 26.04.2012
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In guten Restaurants schickt die Küche vor dem Menü ein Amuse-bouche, damit der Gast ahnt, welche kulinarischen Freuden ihm bevorstehen. Die Verantwortlichen der Frühjahrsmesse BEA Pferd machen es gleich: Sie stellen Zelte auf dem Waisenhausplatz auf und Gehege mit Ziegen und Schafen. Es gibt «chüschtiges» Brot, Käse, Süssmost und Wein aus der Region und eine lüpfig spielende Schwyzerörgelikapelle. So war es auch gestern. Messe-CEO Roland Brand zog den Anwesenden den Speck durch den Mund, indem er die Höhepunkte anpries.
Das nahe Gastland Oberland
Eine Frage stand im Mittelpunkt: Wieso ist das Oberland Gastland an der Messe in der Kantonshauptstadt? Kennt man es nicht genug? Als Experten beigezogen wurden in einer Gesprächsrunde unter anderen zwei Berufs-Oberländer: der ehemalige «Kult-Trainer» Hanspeter Latour und BDP-Ständerat Werner Luginbühl. Der Mann aus Krattigen kann, wie sich zeigte, nicht auf prägende Kindheitserlebnisse von der BEA zurückgreifen, «weil wir es lediglich an die OHA in Thun schafften».
Das Oberland kenne man, fand Luginbühl, doch sei es richtig, das Gebiet vorzustellen, denn «abseits der Topdestinationen gibt es Täler, die man zu wenig kennt». Sind die Oberländer anders als die Berner im Unterland? Schon, befand Latour, sie seien «besser im Zuhören als im Reden». «Kantigi Grinde» hätten sie, steuerte Luginbühl bei, weshalb es mit der Zusammenarbeit zwischen den Tälern nicht immer so gut klappe. Doch eigentlich habe der Tourismus angesichts dieser spektakulären und attraktiven Landschaft eine einfache Aufgabe: «Man müsste es schon sehr dumm anstellen, dass keine Touristen kommen.»
Und so, wie die beiden im Chor mit weiteren Promotoren des Oberlandes die Vorzüge des Gebiets hervorstrichen – Skifahren, Wandern, Klassik-Festival, Alpkäse, Haslitaler Zwerge und Wocher-Panorama in Thun –, werden die Besucher an die Messe strömen. (Der Bund)
Erstellt: 26.04.2012, 07:20 Uhr
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