Bern
Inselspital: Verhandlungen mit Krankenkassen gescheitert
Von Matthias Raaflaub. Aktualisiert am 09.12.2011
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Die Verhandlungen zwischen dem Universitätsspital und den Krankenkassen – dem Tarifverband Tarifsuisse einerseits, der Einkaufsgemeinschaft von Helsana, Sanitas und KPT andererseits – sind gescheitert. Gerold Bolinger, Direktor Dienste des Inselspitals, bestätigte am Donnerstag auf Anfrage einen Bericht der «Berner Zeitung».
«Wir sind uns nicht einig geworden über einen Basispreis», sagt Bolinger. Dieser bildet den Grundtarif für die stationären Leistungen am Spital. Darauf basieren die Beiträge, mit denen Kanton und Krankenkassen die Spitäler bezahlen. Streitpunkt bei den Unispitälern ist die Berechnung der Kosten für die Forschung und die universitäre Lehre (F+L). Diese werden nicht über den Basispreis, sondern separat durch die Kantone finanziert. Die Versicherer forderten dafür laut Insel einen Abzug von 23 Prozent. Die Kosten für F+L am Inselspital machten aber lediglich 14,5 Prozent aus, sagt Bolinger. Das Resultat: 60 Millionen Franken fehlen. «Wir können ganz einfach keinen Basispreis akzeptieren, der die Kosten nicht deckt.»
Die Insel sitzt mit anderen Schweizer Universitätskliniken im selben Boot. Die Verhandlungen mit Tarifsuisse hat die Insel mit den Universitätsspitälern Zürich und Basel geführt, an jenen mit Helsana, Sanitas und KPT war neben Zürich auch das waadtländische Unispital (Chuv) beteiligt. Kein einziges der fünf Unispitäler der Schweiz habe mit Tarifsuisse eine Einigung erzielt, so die Insel, dabei sei das Berner Unispital noch dasjenige mit den tiefsten Kosten. Bei Tarifsuisse heisst es, eine Einigung mit dem Inselspital sei aber bereits im September möglich gewesen. «Allerdings nur unter der Bedingung, dass der Kanton Bern Kosten von 240 Millionen für die Forschung und Lehre übernimmt», sagt Verena Nold, Direktorin von Tarifsuisse. Dies sei dem Kanton aber zu viel gewesen. Nun wird dieser einen Tarif festsetzen müssen, mit welchem die Spitäler im nächsten Jahr wirtschaften können. Der so verordnete Preis ist in früheren Fällen meist vor Bundesverwaltungsgericht gelandet.
Laut der «Berner Zeitung» haben sich auch die bernischen Privatspitäler mit Helsana, Sanitas und KPT geeinigt. (Der Bund)
Erstellt: 09.12.2011, 08:29 Uhr
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