Bern

Hohe Tram-Kosten bereiten Ostermundigen Sorgen

Von Lisa Stalder. Aktualisiert am 18.02.2011 2 Kommentare

Mit dem Tram Region Bern kommen hohe Kosten auf Ostermundigen zu. Wie hoch diese sind und wie die Gemeinde sie finanzieren will, ist noch nicht klar.

Bis das Tram Region Bern tatsächlich rollt, haben Barbara Egger-Jenzer (links), René Schmied und Regula Rytz noch einige Probleme zu lösen: Das Tram Region Bern wird doppelt so teuer wie erwartet. Eine Tatsache, die an der Sitzung des Ostermundiger Parlaments vom Donnerstag zu reden gab. (Adrian Moser)

Bis das Tram Region Bern tatsächlich rollt, haben Barbara Egger-Jenzer (links), René Schmied und Regula Rytz noch einige Probleme zu lösen: Das Tram Region Bern wird doppelt so teuer wie erwartet. Eine Tatsache, die an der Sitzung des Ostermundiger Parlaments vom Donnerstag zu reden gab. (Adrian Moser)

Es war keine frohe Kunde, welche die kantonale Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP) vor rund einem Monat verkündete: Das Tram Region Bern, jene Linie, die dereinst Schliern bei Köniz, die Stadt Bern und Ostermundigen miteinander verbinden soll, wird doppelt so teuer wie erwartet. Anstatt der ursprünglich errechneten 260 Millionen gehen die Verantwortlichen nun von 550 Millionen Franken aus. Eine Tatsache, die an der Sitzung des Ostermundiger Parlaments vom Donnerstag zu reden gab.

«Die hohen Kosten beunruhigen mich», sagte Colette Nova (SP). Denn diese würden bestimmt auch Auswirkungen auf Ostermundigen haben, was ihr angesichts der düsteren Finanzlage Sorgen bereite. Es sei nun wichtig, dass der Gemeinderat die genauen Zahlen offenlege und mitteile, wie die Gemeinde ihren Beitrag an das Projekt finanzieren werde. «Denn nur so können wir uns eine Meinung bilden», sagte Nova. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Gerüchte und Halbwahrheiten verbreitet würden, die dem Projekt alles andere als dienlich seien. «Wir wollen wissen, wie es weitergeht.»

Er habe grosses Verständnis für dieses Anliegen, sagte Gemeindepräsident Christian Zahler (SP). Allerdings könne er derzeit noch keine konkreten Zahlen liefern. Denn auch diese 550 Millionen Franken seien noch nicht in Stein gemeisselt – «hier gilt ein Genauigkeitsgrad von plus/minus 20 Prozent». Gemäss dem Vorprojekt entfallen 90 Millionen Franken des Gesamtbetrags auf die Stadt Bern, Köniz und Ostermundigen, wobei die Gemeinden «je ein Drittel» übernehmen werden. «Für konkretere Zahlen ist es aber noch zu früh.»

Zahler betonte aber, dass der Gemeinderat das Parlament auf dem Laufenden halten werde. Die nächste Sitzung der Spezialkommission finde im März statt. Die Ergebnisse würden dem Parlament mitgeteilt. Zudem sei gewährleistet, dass das Parlament zum Projekt Stellung nehmen könne. Dies sei voraussichtlich im September der Fall.

Auch ohne Tram hohe Kosten

Es sei allerdings kein Geheimnis, dass eine grosse finanzielle Belastung auf die Gemeinde Ostermundigen zukommen werde. Doch: «Die kommt sowieso, ob mit oder ohne Tram», sagte Zahler. Denn in Ostermundigen stünden grosse Sanierungsarbeiten an; so müssten vielerorts die Werkleitungen ersetzt werden – insbesondere entlang der Bernstrasse. Sollte die neue Tramlinie dereinst gebaut werden, könnten die Sanierungsarbeiten im gleichen Zug angegangen werden. So können laut Zahler Kosten eingespart werden. (Der Bund)

Erstellt: 18.02.2011, 09:49 Uhr

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2 Kommentare

Mario Imhof Stadtrat FDP

18.02.2011, 10:51 Uhr
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550 Millionen Franken plus/minus 20 Prozent (660MIo)? und das wird nicht das Ende der Kostenpirale für Bern, Ostermundigen und Köniz sein. Eine Denkpause wäre dringendst angesagt und das Projekt auf der Erkenntnis ganz neu beurteilen und dem Volk vorzulegen. Antworten


Franz Knecht

18.02.2011, 13:38 Uhr
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@Imhof: Genau! Insbesondere sollte auf der Achse Hirschengraben-Marktgasse ein UNESCO Welterbe würdiges Konzept erarbeitet werden - ohne 20 weitere Trams pro Stunde, die den öV-Kollaps zu Stosszeiten weiter verschärfen. Wenn schon eine "U-Bahn"-Lösung nicht diskutiert werden darf, könnte sich Frau Trede doch hier für eine Begegnungszone ohne blochenden öV einsetzen, statt auf der Nydeggbrücke. Antworten



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