Bern
Gummischrot beim Berner Derby
Aktualisiert am 14.05.2012 4 Kommentare
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Nach dem Fussballspiel zwischen dem FC Thun und den BSC YB musste die Kantonspolizei Bern zweimal einschreiten. Insgesamt zieht die Kantonspolizei Bern eine positive Bilanz, wie sie in einer Mitteilung schreibt.
Das Fussballspiel zwischen dem FC Thun und den BSC Young Boys fand am Sonntagnachmittag in Thun statt. Der Fanwalk vom Bahnhof zum Stadion und die Partie verliefen friedlich. Auch der Abmarsch nach dem Spiel verlief vorerst ruhig.
Konfrontationen unterdrückt
Wie die Polizei schreibt, habe auf der Allmendingenallee eine Gruppe YB-Anhänger versucht, die geplante Marschroute zu verlassen und über das Wiesland auf die Weststrasse zu gelangen. Gemäss eigener Aussage verhinderte die Polizei dies unter Einsatz von Gummischrot und eines Wasserwerfers. Der Rückmarsch bis zum Bahnhof sei danach wiederum ruhig verlaufen.
Dort sei eine Konfrontation der beiden Fangruppen neuerlich «unter gezieltem Einsatz von Gummischrot und Wasserwerfer» verhindert worden. Mehrere Personen wurden kontrolliert. Weitere Konfrontationen habe man dank des erhöhten Aufgebotes «unterdrücken» können, so die Einschätzung der Polizei. Meldungen über grössere Sachbeschädigungen lägen bis zum jetzigen Zeitpunkt keine vor.
Fans äussern sich ironisch bis kritisch
Aus Fankreisen ist am Montag Kritik am massiven Polizeiaufgebot laut geworden. Im YB-Forum liest man, in jeder Gasse wären Kastenwagen postiert gewesen. Ironisch heisst es, endlich habe die Polizei ihr Material wieder einmal testen dürfen.
Polizeisprecher Andreas Hofmann begründet das grosse Polizeiaufgebot mit den Erfahrungen aus vergangenen Begegnungen zwischen den beiden Clubs in Thun. «Die Vorgabe war, dass die Fans die vorgegebene Marschroute nicht verlassen durften» - in der Vergangenheit sei es nämlich auf der Weststrasse zu einer Blockade und Sachbeschädigungen gekommen.
Bei der Intervention auf der Allmendingenstrasse habe man die Fans daran hindern wollen, auf die stark befahrene Weststrasse zu gelangen, wo sie den Verkehr hätten blockieren können. Auch habe man sie nicht durch die Quartiere ziehen lassen wollen.
Gummischrot «sehr gezielt» eingesetzt
Hat die Polizei die Repressionsmittel am Sonntag also prophylaktisch eingesetzt, um Verkehrsstörungen oder Konfrontationen zu verhindern? Hofmann verneint dies. Die Polizei habe sich vorsorglich vor Ort befunden. Als die Gruppierungen trotz Aufforderung der Polizei nicht einlenkten und die Konfrontation gesucht hätten, habe man die Repressionsmittel einsetzen müssen, um die Situation zu entschärfen.
Er betont, die Polizei habe den Gummischrot sehr gezielt und zurückhaltend eingesetzt, dieser sei stets das letzte Mittel. Insgesamt seien auch weniger als zehn Geschosse abgefeuert worden - «Die Polizei setzt diese Mittel nicht einfach so ein, deren Einsatz ist klar geregelt».
Spiele ohne Polizeipräsenz?
Darüber hinaus sagte der Polizeisprecher, die Polizei hätte nichts dagegen, wenn die Spiele ohne ihre Präsenz durchgeführt werden könnten. Doch dafür sei von allen Seiten vertrauensbildendes Verhalten nötig. «Dieses wurde in der Vergangenheit leider nicht von allen Fans gezeigt.»
(rym/pd)
Erstellt: 14.05.2012, 09:38 Uhr
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4 Kommentare
Das Poliziei Aufgebot war lächerlich... als wäre dies ein Hochrisikospiel!? Als die Polizei am Bahnhof gar Gummischrott auf unbeteiligte Omas und Kinder feuerte konnte ich die Welt nicht mehr verstehen. Am besten zielt man nächstes Mal direkt auf die Köpfe, damit auch sicher keine Passanten getroffen werden! Antworten
Naja, die Berner Kantonspolizei und ihre Spielzeuge. Es kommt mir vor, als hätten die gerade mal die Primarschule abgeschlossen. Ich fordere einen wesentlich strengeren Psychologietest für Leute, die der Polizei beitreten möchten und solche, die schon Polizisten sind. Es kann nicht sein, dass Polizeieinsätze dafür gebraucht werden, wieder mal mit den Waffen spielen zu können. Antworten
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