Grünes Licht für Basisstufe

Die Gemeinden im Kanton Bern sollen den Kindergarten und die ersten zwei Schuljahre zu einer Einheit zusammenlegen dürfen. Der Grosse Rat hat grünes Licht zur freiwilligen Einführung der so genannten Basisstufe gegeben.

Kindergarten und die ersten zwei Schuljahre werden in der Basisstufe zusammengelegt.

Kindergarten und die ersten zwei Schuljahre werden in der Basisstufe zusammengelegt. Bild: Adrian Moser

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Überraschend deutlich hat sich der Grosse Rat gestern mit 127 zu 23 Stimmen für die Einführung der Basisstufe ausgesprochen. Lediglich die EDU sowie ein Teil der SVP wehrten sich gegen die Verschmelzung des Kindergartens mit den beiden ersten Schuljahren. Da Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) die Änderung des Volksschulgesetzes bereits als Kompromiss formuliert hatte, ist vielen Grossrätinnen und Grossräten ein Ja leichtgefallen.

Im Kanton Bern ist es künftig den Gemeinden überlassen, ob sie zur Basisstufe wechseln oder am traditionellen System festhalten wollen. Hohe Zusatzkosten sind ebenfalls nicht zu erwarten, da die Erziehungsdirektion nur eine beschränkte Zahl neuer Basisstufen bewilligen will. Diese «Basisstufe light» sei eine sinnvolle Sache, sagte Ueli Studer, SVP-Grossrat und Könizer Gemeinderat.

Seit 2005 wird das Modell getestet

«Die Kinder fühlen sich wohler, das Betreuungsverhältnis ist besser, der Übergang in die Schule ist flexibler, und Kinder mit besonderen Bedürfnissen können besser integriert werden», fasste Kommissionspräsident Daniel Steiner-Brütsch (EVP) die Vorteile des neuen Schulmodells zusammen. Diese stellte SVP-Grossrätin Sabina Geissbühler jedoch grundsätzlich infrage: «Die Basisstufe ist gleich gut wie der Kindergarten, kostet aber die Hälfte mehr.» Dem widersprach Erziehungsdirektor Pulver: «Die Basisstufe ist ein gutes Modell.» Eine normale Kindergartenklasse komme heute auch kaum mit 100 Stellenprozenten aus. Die Zusatzkosten für eine Basisstufenklasse, für die 1,5 Lehrerstellen vorgesehen sind, seien darum nicht sehr hoch.

Seit 2005 wird das neue Modell in 13 Gemeinden getestet. Diese Schulen können die Basisstufe nun weiterführen, ab 2013 werden kontinuierlich weitere Klassen eröffnet. In der Stadt Bern, die sich für eine flächendeckende Einführung ausgesprochen hatte, wird es voraussichtlich über Jahre hinweg beide Modelle nebeneinander geben. «Das können wir leider nicht ändern», sagt Schulvorsteherin Edith Olibet. (Der Bund)

(Erstellt: 23.11.2011, 11:59 Uhr)

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