Bern
Gewohnte Prozedur, spezielle Rede
Von Claudia Blasimann. Aktualisiert am 08.07.2011
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Die offiziellen Vertreter sassen bereits auf dem Podium im Saal des Berner Rathauses, als die Spieler, jeder einzeln, in den Raum gerufen wurden. Wie Hühner auf ihren Stangen sassen sie dann auf ihren Stühlen da, von der Mitte nach aussen absteigend nach ATP-Rangliste, zuäusserst jeweils der Captain, und harrten der Dinge, die da kommen mochten.
Das waren: eine kurze Rede des Franzosen Jacques Dupré, des Präsidenten des Europäischen Verbandes, in Englisch. Dann, ebenfalls in Englisch, eine kurzweilige Präsentation Berns, vorgetragen von Alexander Tschäppät, dem Präsidenten der «schönsten Stadt der Welt», der die Zahlen witzig zu verpacken wusste. Und für Roger Federer, der die Rede bereits rund zwölf Stunden zuvor am «Offiziellen Abend» in ähnlicher Form gehört hatte, hatte Tschäppät noch einen Zusatz aus einem Schüleraufsatz: «‹Ein Berner ist ein Berner, wenn er so spricht wie ein Berner. Er redet nur anders als ein Zürcher, nämlich Bärndütsch. Sonst ist er normal.› Willkommen bei uns Normalen!»
Und dann die Auslosung: Der Tennisball mit dem Namen von Gilberto Gil, der Nummer 1 Portugals, wurde zuerst aus dem silbernen Pokal gezogen, und somit war klar, dass er – gegen Stanislas Wawrinka, die Schweizer Nummer 2 – die Begegnung am Freitag eröffnen würde. Federer muss sich gedulden und bestreitet erst im Anschluss das Spiel gegen Rui Machado, gegen den er noch nie angetreten ist. Für das Doppel ist ebenso das Duo Federer/Wawrinka nominiert, das 2008 in Peking Olympia-Gold gewonnen hatte.
Training mit Simon Ammann
Am Morgen hatten die Schweizer noch einmal in der Postfinance-Arena trainiert: zu Beginn ein bisschen Fussball-Tennis, dazwischen ein paar Bälle schlagen fürs Gefühl und dann noch Aufnahmen für das Schweizer Fernsehen, für welches der vierfache Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann andere Sportler besucht. «Wir hatten schon seit ein paar Wochen einen Termin gesucht, hier war nun der richtige Moment dafür», befand Federer, der sich nicht auf die Äste hinauslassen wollte, was das Tenniskönnen von Ammann betraf. «Egal, wie gut er spielt, er hat sich auf jeden Fall gewehrt. Er hat sogar einen Aufschlag zurückgebracht – und somit auch gewonnen», sagte die Nummer 3 der Weltrangliste und schmunzelte.
Den Rummel und Stress vor Turnieren sei er sich gewohnt, der Unterschied beim Davis-Cup sei, dass sich die ganze Aufmerksamkeit auf je vier Spieler konzentriere. Im Fall von Roger Federer, der vor einer Davis-Cup-Begegnung in der Schweiz steht, könnte man auch sagen: auf einen, nämlich ihn, allein. Doch er versichert: «Ich empfinde dies überhaupt nicht als störend, ich habe die öffentlichen Auftritte sehr gerne gemacht.»Trotzdem sei es wichtig, zu wissen, «warum wir hier sind». Er sei froh, dass es nun losgehe, und freue sich auf die Auftritte. «Die Halle wird rappelvoll sein», ist Federer überzeugt. (Der Bund)
Erstellt: 08.07.2011, 11:42 Uhr
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