Bern
Geht das schon wieder los?
Von Christoph Lenz. Aktualisiert am 05.05.2012 1 Kommentar
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- FDP nominiert Schmidt und Eicher – und verbündet sich mit SVP
- Eicher wollte bis vor ein paar Tagen gar nicht kandidieren
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«Konsequent in der Sache, menschlich im Umgang», steht auf den Plakaten, die seit Anfang Woche die Berner Innenstadt zieren. Das alleine wäre noch keine Zeile wert. Verbunden ist der Slogan aber mit der Aufforderung, den Herrn auf dem Bild am 25. November in den Gemeinderat zu wählen. 25. November? Der Herr ist ein bisschen früh, oder?
Bernhard Eicher, FDP-Gemeinderatskandidat, hat einen Frühstart in den Wahlkampf hingelegt. Obschon die bürgerliche Gemeinderatsliste von FDP und SVP erst gestern besiegelt wurde, obschon auch der Wahltermin noch in ferner Zukunft liegt, wirft der Jungpolitiker «mehrere Tausend Franken» (Eicher) für eine Vorkampagne auf. Ist das jetzt der «Dauerwahlkampf 2.0»? Sind die Bürger überhaupt schon empfänglich für Wahlwerbung? Und sehen sich die übrigen Kandidaten nun unter Zugzwang? «Reine Geldverschwendung», meint ein Kampagnenleiter aus dem linksgrünen Umfeld. «Aber solange es nicht unser Geld ist, finde ich Eichers Offensive eine gute Sache.»
Originalität wäre effektiver
Skeptisch ist auch SP-Stadträtin Leyla Gül. «Die Wirkung dieser Kampagne wird bis November verpuffen», sagt sie, die im Wahlausschuss des RGM-Bündnisses sitzt. Gül sieht das Problem darin, dass die Plakate einzig darauf ausgerichtet seien, Eicher als Person bekannt zu machen. Die Plakate findet sie konventionell bis konservativ. «In der frühen Wahlkampfphase ist es erfahrungsgemäss viel effektiver, sich mit einer guten Idee oder einer originellen Aktion ins Gespräch zu bringen», sagt Gül.
Genau dies will Eichers direktester Konkurrent tun. «Derzeit setze ich auf Vorstösse und Ideen», sagt Stadtrat Alexandre Schmidt, der wie Eicher für die FDP antritt. Sein Ziel sei es, zunächst jene Bürger anzusprechen, die die städtische Tagespolitik verfolgen. Erst in einer späteren Phase wolle er dann die breite Masse bearbeiten. Auch wenn es noch sehr früh sei, habe er durchaus Freude am Vorpreschen seines Kollegen. «Für die FDP ist diese Präsenz ein Gewinn.» Unter Zugzwang gesetzt fühlt sich Schmidt nicht. «Eicher hat seine Strategie, ich habe meine. Welche besser ist, werden wir sehen.»
Die anderen arbeiten noch
Eichers Offensive komme «ein bisschen gar früh», findet Peter Bernasconi, Präsident der Stadtberner SVP. Die Taktik schätzt er als «nicht besonders effektiv» ein. Trotzdem freut auch er sich über das Engagement des FDP-Jungkandidaten. «Das Rennen ist eröffnet. Zudem kommen Eichers Stimmen ja letztlich der Bürgerlichen Liste, also auch den SVP-Kandidaten, zugute.» Wann die SVP aktiv in den Wahlkampf einsteigt, will Bernasconi noch nicht bekannt geben. Derzeit werde aber vorab hinter den Kulissen gearbeitet.
Auch beim Mittebündnis von EVP, CVP, GLP und BDP laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. «Aber wir konzentrieren uns auf die Zeit nach den Sommerferien», sagt Barbara Streit-Stettler, die die EVP im Mitte-Wahlausschuss vertritt. Mit Plakaten will die Mitte sogar erst im Oktober an die Öffentlichkeit.
Kein Dauerwahlkampf
«Ich habe mich schon gewundert – der Termin ist ja noch unglaublich weit weg», sagt der Berner Politikberater Mark Balsiger über Eichers Frühstart. Davon, dass der Dauerwahlkampf nun auch auf kommunaler Ebene Einzug halte, könne aber nicht die Rede sein. In Der Regel finde dort der sichtbare Wahlkampf mit Plakaten, Inseraten, Standaktionen und Ähnlichem immer noch in den letzten zwei Monaten vor dem Urnengang statt, so Balsiger. Aber: «Es gibt immer wieder Einzelne, die früher beginnen.» Die Vorteile liegen auf der Hand: «Eicher hat die Aufmerksamkeit im Moment für sich alleine. Im Oktober wird es viel schwieriger sein, aus dem Dickicht an Politikplakaten herauszustechen.»
Eicher selbst sagt übrigens, er wolle mit seiner Kampagne die Zeit nutzen, bevor die Wähler mit Abstimmungsmaterial überflutet werden. Er wird sich im November vielleicht daran erinnern, dass manche, die eine Flut losgetreten haben, selbst in ihr versanken. (Der Bund)
Erstellt: 05.05.2012, 09:24 Uhr
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1 Kommentar
Eicher ist ja ein sympathischer Kerl, aber jetzt hyperventiliert er ein bisschen. Ich setze mein Vertrauen in den erfahreneren Alexandre Schmidt, der einen beachtlichen Leistungsausweis hat. Auch gefallen mir seine guten Ideen und Vorstösse. Er wird unsere Stadt voranbringen. Antworten
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