Bern

Gegen den «neuen Geldadel»

Aktualisiert am 02.05.2012

Rund 1000 Personen nahmen an den 1. Mai Feierlichkeiten in der Stadt Bern teil. Der Umzug durch die Innenstadt verlief friedlich. Auf dem Bundesplatz sprach im Anschluss Bundesrätin Sommaruga.

1/8 Gewerkschafter und...
Bild: Keystone

   

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Hoch die internationalen Fahnen

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12'000 Demonstranten marschierten am 1. Mai-Umzug in Zürich. Teilnehmer und Forderungen waren bunt gemischt.

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In der Altstadt versammelten sich um 16:00 Uhr Gewerkschafter und Autonome zum traditionellen 1. Mai Umzug. Gemäss einem Reporter von DerBund.ch/Newsnet vor Ort kam es zu Diskussionen zwischen den beiden Lagern, ehe sich der Demonstrationszug Richtung Bundesplatz in Bewegung setzte.

«Wir wehren uns gegen den Primatwechsel im Rentensystem, weil wir befürchten, dass er zu Lasten des städtischen Personals gehen wird», begründet ein Angestellter des städtischen Tiefbauamtes seine Anwesenheit an der Kundgebung. Die Autonomen machten indes mit lautstarken Sprechchören auf sich aufmerksam: «Luxus für alle, statt den Gürtel enger schnallen», so eine ihrer Forderungen.

Mit im Tross war auch eine Gruppe von Demonstranten, die auf kurdische Anliegen aufmerksam machte: «Wir demonstrieren für die Freilassung unseres Führers Abdullah Öcalan und für unsere Rechte in der Türkei», sagte ein junger Mann kurdischer Abstammung. Rund 1000 Personen nahmen am Umzug, der friedlich verlief, teil.

Frauen verdienen gleiche Chancen im Beruf

Auf dem Bundesplatz in Bern machte sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Anschluss für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark. Frauen verdienten gleiche Chancen im Beruf, Männer in der Familie.

In der Schweiz mangle es ja nicht an Arbeit, stellte die Berner SP-Bundesrätin laut Redetext fest. Jährlich hole die Wirtschaft zehntausende Menschen in die Schweiz. Gleichzeitig seien sehr viele gut ausgebildete Schweizerinnen nicht berufstätig.

Es gehe ihr keinesfalls darum ausländische Arbeitskräfte gegen Frauen auszuspielen, betonte die Magistratin. «Aber indem wir die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern, steuern wir auch die Zuwanderung.»

Dieser Zusammenhang sei bisher zu wenig erkannt. Diese Form der Steuerung erscheine ihr auch viel klüger als das, was die Schweiz derzeit praktiziere: «Wir kurbeln die Zuwanderung an mit unserer Steuer- und Standortpolitik, und dann beklagen wir die unerwünschten Folgen der Zuwanderung.»

«Gier ist Gift für unser Land»

Derweil nahm an der 1. Mai-Feier in Thun die Grüne Nationalrätin und Stadtberner Gemeinderätin Regula Rytz den neuen «Geldadel» der Schweiz in die Zange. Diese abgehobene Schicht schaue nur für sich selber. Doch «Gier ist Gift für unser Land», mahnte Rytz.

Gier reisse tiefe Gräben in der Gesellschaft auf und gefährde den Zusammenhalt, sagte Rytz laut Redetext. Die schmale Schicht von einem Prozent der reichsten Schweizer besitze mehr als der ganze Rest der Bevölkerung.

Gleichzeitig gebe es in der Schweiz Zehntausende, die von ihrem Arbeitslohn nicht leben könnten und auf Sozialhilfe angewiesen seien, sagte Rytz. Dieses Missverhältnis sei «ein Skandal und eine Gefahr für den Sozialen Frieden».

«Wir müssen das Heft in die Hand nehmen. Die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Angestellten, die Gewerkschaften, die linken und grünen Parteien und die ganz normalen Menschen», forderte Rytz.

Redemarathon

Landauf, landab sind auch im Kanton Bern zahlreiche Politikerinnen und Politiker an 1. Mai-Feiern als Redner im Einsatz. Ständerat Hans Stöckli, der im Verlauf des Tages in Thun und Unterseen auftrat, wird am Abend noch in Zollikofen sprechen.

Nationalrätin Margret Kiener Nellen wird unter anderem in Burgdorf ans Rednerpult treten. Ihr Ratskollege Corrado Pardini wird dies in Biel tun. In Lengnau wird Nationalrätin Jacqueline Fehr die Ansprache halten. (bs/sda)

Erstellt: 01.05.2012, 16:36 Uhr

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