Bern

Friedliche Wiederholungsdemo

Von Philipp Schori. Aktualisiert am 06.02.2012 2 Kommentare

Alles ist anders als vor zwei Wochen: Die Polizei hält sich im Hintergrund, hundert Anti-WEF-Aktivisten marschieren durch die Innenstadt, und bloss eine Person wird verhaftet.

1/10 Am Samstag demonstrierten rund 100 Personen gegen das Weltwirtschaftsforum.
Bild: Thomas Reufer

   

Die Geschichte der zweiten Anti-WEF-Kundgebung in Bern ist rasch erzählt: Am Samstag, pünktlich um 15 Uhr, erreicht eine Schar von fünfzig Demonstrierenden die Heiliggeistkirche. Sie kommen von der Reitschule her, ihre Fahnen und ihre Kleidung sind schwarz – mit einigen roten Tupfern. Die Mehrheit ist vermummt, das gibt warm. Zu ihnen gesellen sich bei der Heiliggeistkirche, dem Besammlungsort, weitere mehrheitlich junge Protestierende, womit schliesslich gut hundert Personen durch die Berner Innenstadt marschieren: durch Spital- und Marktgasse zum Zytglogge und von dort via Amthausgasse und über den Bundesplatz zurück zum Bahnhof.

Ein linksautonomer Demonstrant erklärt bei einer Rede während der Kundgebung, dass sie sich durch «Repression» nicht vom Demonstrieren abhalten liessen. Er spricht auf die Kundgebung vom 21. Januar an, die von der Polizei im Keim erstickt wurde. Weiter kritisieren die Aktivisten die «grossmäulige Schaumschlägerei» am Weltwirtschaftsforum in Davos und vergleichen das herrschende Wirtschaftssystem mit Fäkalien.

Nach 45 Minuten ist der Spuk vorbei: keine Sachbeschädigungen, kaum Verkehrsbehinderungen und eine kaum sichtbare Polizei. Das wars.

Anonymes E-Mail

Im Vergleich zur Anti-WEF-Kundgebung vor zwei Wochen war damit fast alles anders: Die Polizei agierte nun defensiv und brachte bloss eine Person für eine nähere Kontrolle auf die Wache. Vor zwei Wochen wurden über 170 Personen verhaftet; und die eigentliche Demonstration fand damals gar nicht erst statt, da die Aktivisten bereits beim Bollwerk eingekesselt wurden.

Aufgrund «anderer Vorzeichen» habe die Polizei die unbewilligte Demonstration dieses Mal durch die Innenstadt ziehen lassen, sagt der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause auf Anfrage (vgl. Interview rechts). Die Organisatoren – der Revolutionäre Aufbau und das Berner Anti-WEF-Bündnis – hätten in einem anonymen E-Mail einen friedlichen Umzug in Aussicht gestellt. (Der Bund)

Erstellt: 04.02.2012, 16:50 Uhr

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2 Kommentare

Stjepan Filipovi?

04.02.2012, 17:39 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Schön hats geklappt Genossen. Hier in Basel haben sie`s wieder im Keim erstickt. Antworten


Philippe Calle

05.02.2012, 08:25 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ich verstehe etwas nicht... Sie wollen von der kapitalistischen Denkweise befreit werden und demonstrieren mit Plakaten in der Sprache, die zur angelsächsischen, kapitalistischen Gehirnwäschung gehört. ??????? Antworten



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