Bern

Ersatzbau für Frauenklinik kostet 15 bis 20 Millionen

Von Matthias Raaflaub. Aktualisiert am 06.08.2011

Im befristeten Neubau wird es laut Urs Birchler, dem Direktionspräsidenten des Inselspitals, keine stationären Betten geben.

Die Frauenklinik im Inselspital.

Die Frauenklinik im Inselspital.
Bild: Franziska Scheidegger

Stadtspital: Kanton kann sparen

Bei der Diskussion um die Kosten von Spitälern liefert aktuell das Projekt Berner Stadtspital eine Zahl. Der von der Spital Netz Bern AG in der Tiefenau geplante Neubau mit 250 Betten soll die Spitäler Tiefenau und Ziegler ersetzen und etwa 250 Millionen Franken kosten. Allerdings ist dieser Wert mit dem Ersatzbau des Inselspitals kaum vergleichbar (siehe Haupttext).

Laut dem Gesundheitsökonomen Heinz Locher, Urs Birchlers Gegenüber in der Diskussionssendung «BZ Talk», kann man die Baukosten bei einem Regionalen Spitalzentrum grob mit 750'000 bis eine Million Franken pro Bett hochrechnen. In der Fernsehsendung sagte Locher, der Kanton werde mit dem Bau eines Stadtspitals auf dem Inselareal 50 bis 100 Millionen Franken pro Jahr sparen. Birchler teilte diese Einschätzung.

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15 bis 20 Millionen Franken soll der Ersatzbau neben der Frauenklinik des Inselspitals ungefähr kosten. Diese Zahl nannte der Insel-Direktionspräsident Urs Birchler am Donnerstagabend im «BZ-Talk» auf TeleBärn. Verglichen mit anderen Bauprojekten der Spitalinfrastruktur (siehe Box links) erscheinen die prognostizierten Kosten als eher tief. Gegenüber dem «Bund» erläutert Birchler die grobe Schätzung. Er sagt: «Ich habe klargestellt, dass wir uns auf diese Zahlen zu diesem Zeitpunkt nicht behaften lassen.» Ein genauer Kostenvoranschlag liege noch nicht vor. «Die Arbeit fängt erst an», sagt Birchler. «Erst jetzt werden wir mit externer Beratung abklären, was der provisorische Neubau effektiv kosten wird.» Mit dieser Rechnung wird die Leitung des Inselspital dann auch beim Kanton um eine Beteiligung ersuchen können.

Via Passerelle zur Operation

Mit einem neuen Spital sei der Ersatzbau nicht vergleichbar, betont Birchler. Denn: Im Provisorium, das auf maximal zehn Jahre befristet ist, will die Insel laut eigenen Angaben keine Plätze zur Unterbringung der Patienten einrichten. «Das stationäre Angebot wird weiterhin in der Frauenklinik bleiben», sagt der Direktor. Nur die direkt von der Sanierung der Fassade betroffenen Räume sollen in den Ersatzbau ausgelagert werden. Zur Abstützung der exponierten Winkel der Südfassade der Frauenklinik müssen Träger innerhalb des Gebäudes errichtet werden. Ausweichen müssen deshalb die Geburtsräume, die Neugeborenenmedizin (Neonatologie) und drei Operationssäle der Frauenklinik und Nebenräume. Zum Umzug der Neugeborenenmedizin neben die Geburtenabteilung gebe es keine Alternative, weil es bei sogenannten Risikogeburten um Sekunden gehen könne, um bleibende Schäden zu verhindern. Eine im Neubau frisch operierte Patientin würde aber beispielsweise via Passerelle wieder in der Frauenklinik untergebracht.

Wie das Inselspital bereits bekannt gegeben hat, sollen auch Teile der Kinderklinik während deren Sanierung im Jahr 2013 für rund neun Monate ins Ersatzgebäude zügeln. Für die Auslagerung von Operationsräumen hat der Kanton schon einen Kredit von 5,5 Millionen Franken gesprochen – Kosten, die Birchler deshalb nicht bei der Schätzung des Ersatzbaus veranschlagt.

Die Operationssäle werden am Ersatzstandort die teuersten Räume sein, weil sie am meisten Technik enthalten. Grundsätzlich werde man bestrebt sein, möglichst viele der medizinischen Geräte in den benachbarten Bau zu zügeln, so Birchler. Für ein preiswertes Resultat sollen ausserdem Fertigbauelemente eingesetzt werden. (Der Bund)

Erstellt: 06.08.2011, 11:08 Uhr

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