Bern
Ein Schmuckstück für den Tresor
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Bern ist auch eine Tennisstadt. Zumindest wenn Roger Federer spielt. Der euphorisierte Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät, selten um ein deutliches Wort verlegen, sagte sogar: «Unser Stadion hat bewiesen, dass es nicht nur die beste Eishockeyarena der Welt sein kann, sondern auch das beste Tennisstadion.» Das war, mit Verlaub, etwas übertrieben. Aber es stimmt, dass die Steilheit der Tribüne auch beim weissen Sport für eine gute Atmosphäre sorgt. «Wir bringen die Leute ganz nahe an die Stars», schwärmte Tschäppät.
Statt 17'131 sorgen beim Davis-Cup aber nur gut 8000 Zuschauer für eine ausverkaufte Halle. Und auch für Samstag und Sonntag sind nur noch ein paar 100 Tickets erhältlich. Der Anlass ist also schon ein Erfolg, bevor er vorbei ist. OK-Präsident Erik Keller rechnet mit einem Gewinn von rund 250 '000 Franken, wovon die Hälfte dem Team zufliesst. Wie sie die Summe verteilen, können die Spieler selber entscheiden. «Bern war eine sehr gute Wahl», sagte Keller. «Hier leben alle mit diesem Anlass mit. In Zürich wäre eine solche Begeisterung nicht denkbar. Der Davis-Cup würde da neben der Masse anderer Veranstaltungen auch noch laufen. Mehr nicht.» Wohlgemerkt: Keller ist Zürcher. Das Eishockeyflair schwang in der Postfinance-Arena auch beim Tennis mit. Zahlreiche SCB-Cracks sassen auf der Tribüne, auch Mark Streit war da. Der NHL-Star ist ein passionierter Tennisspieler und forderte jüngst sogar R2-Spieler heraus. Er habe hartes Brot essen müssen, berichtete er. «Aber es war spannender als Joggen.»
Bei Tschäppät lassen die Knie kein Tennisspielen mehr zu. «Ich habe drei Hunde, was heisst, dass ich jeden Tag mindestens eine Stunde mit ihnen laufen gehen muss. So bewege ich mich 365 Tage im Jahr.» Das signierte Racket, das er von Federer erhielt, werde er deshalb nicht benützen. «Ich hüte es wie meinen Augapfel. Das kommt in den bernischen Tresor.» Der SP-Politiker, der in den letzten Tagen immer wieder in Kontakt kam mit Federer, zeigte sich beeindruckt vom Weltstar: «Er ist bescheiden geblieben, hat keine Allüren. Der perfekte Schwiegersohn. Es gibt nur zwei Schweizer, die man weltweit kennt: Roger Federer und Sepp Blatter. Und wenn man die Sympathien anschaut, sind die sehr einseitig verteilt.» (Der Bund)
Erstellt: 09.07.2011, 13:01 Uhr
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