Bern

Eicher wollte bis vor ein paar Tagen gar nicht kandidieren

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 18.01.2012 7 Kommentare

Verwirrung bei der FDP: Fraktionschef Bernhard Eicher hatte vor Weihnachten seinen Verzicht auf eine Gemeinderatskandidatur bekannt gegeben – und kandidiert nun doch.

Kandidiert nach diversen aufmunternden Gesprächen und Telefonaten» für den Gemeinderat: Bernhard Eicher.

Kandidiert nach diversen aufmunternden Gesprächen und Telefonaten» für den Gemeinderat: Bernhard Eicher.
Bild: Adrian Moser

Über Weihnachten stand bei der FDP Stadt Bern der Haussegen schief: In einem Mail an die Parteileitung, das dem «Bund» vorliegt, hatte FDP-Fraktionschef Bernhard Eicher seinen Verzicht auf eine Gemeinderatskandidatur bekannt gegeben. «Diverse Entscheide der Parteileitung haben bei mir Zweifel geweckt, ob meine Gemeinderatskandidatur in genügendem Ausmass unterstützt wird», hielt Eicher fest. Seinem Mail ist auch zu entnehmen, dass es zu diesem Zeitpunkt drei Kandidaten für die parteiinterne Nomination in den Gemeinderat gab.

Gut zwei Wochen später hatte der 29-Jährige seine Meinung wieder geändert. «Nach diversen aufmunternden Gesprächen und Telefonaten» wolle er auf seinen Entscheid zurückkommen und sich erneut als Gemeinderatskandidat zur Verfügung stellen, hielt Eicher in einem zweiten Mail an die Parteileitung fest. Kurz darauf gab die FDP bekannt, dass sie der Parteibasis eine gemeinsame Liste mit der SVP à je zwei Kandidaten beantragen werde. Der Mitteilung beigefügt waren die Lebensläufe der von der parteiinternen Findungskommission vorgeschlagenen Kandidaten Eicher und Stadtrat Alexandre Schmidt.

Einigkeit statt Kampfnomination

Laut Eicher hatte sein vorübergehender Rückzieher nichts mit einer allfälligen parteiinternen Kritik an seiner Person zu tun. Es sei dabei um eine rein strategische Frage gegangen. «Für mich hat das geschlossene Auftreten der FDP höchste Priorität.» Damals habe es drei FDP-Kandidaten für zwei oder allenfalls einen Listenplatz gegeben. Eine parteiinterne Kampfwahl um die Nomination hätte bloss Energien gebunden, die man besser in den Wahlkampf stecken würde, sagt Eicher.

«Eicher hat übereilt gehandelt»

Auch Parteipräsidentin Dolores Dana betont, dass es keine parteiinterne Kritik an der Kandidatur Eicher gegeben habe. «Wir waren uns bloss über das Vorgehen nicht einig.» Die Findungskommission habe zwei Interessenten vorgeschlagen. Schliesslich habe sich aber noch ein dritter Kandidat gemeldet. Die zwei ursprünglichen Kandidaten hätten daraufhin eine Empfehlung der Parteileitung gefordert. «Dies ist aber nicht möglich, weil letztlich die Parteiversammlung entscheidet», sagt Dana. Zudem könnten sich bis zur Versammlung noch weitere Kandidaten melden.

«Eicher hat übereilt gehandelt. Manchmal lohnt es sich, abzuwarten und Ruhe zu bewahren», sagt Dana. Schliesslich habe sich der dritte Kandidat zurückgezogen. (Der Bund)

Erstellt: 18.01.2012, 06:48 Uhr

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7 Kommentare

Yolanda Marti

18.01.2012, 07:59 Uhr
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Na und? Solche Partei internen Gespräche sollten auch Partei intern bleiben. Ich bin überzeugt, dass Bernhard Eicher mit vollem Einsatz und 100% Überzeugung hinter seiner Kandidatur steht und freue mich, hat das Berner Stimmvolk einen so jungen und doch schon so erfahrenen Kandidaten zur Auswahl. Antworten


Thomas Berger

18.01.2012, 08:03 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Diese Geschichte ändert nichts an der Tatsache, dass Bernhard Eicher bereits jetzt meine Stimme auf sicher hat. Man kann politisch manchmal anderer Meinung sein als er aber ich habe selten einen unter 30 jährigen Politiker erleben dürfen, welcher mit einer solchen Sachlichkeit und Professionalität agiert wie er. Antworten



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