Bern
Die Turnhalle zieht in den Innenhof
Aktualisiert am 13.04.2012 1 Kommentar
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Die Café-Bar Turnhalle im Kulturzentrum Progr wird von Juni bis September umgebaut. Dies teilt die Betreiberin Après Soleil mit. Nach achtjähriger Provisoriums-Existenz wird dem Schauplatz munteren kulturellen Treibens damit ein neuer Anstrich und zugleich eine langfristige Perspektive spendiert.
Beim Umbau soll das Provisorium vollständig rückgebaut werden. Wände, Boden und Decke würden saniert, zwei neue Bars installiert, schreibt die Betreiberin in einer Mitteilung. Hintergrund des Umbaus ist ein 10-jähriger Mietvertrag, den Après Soleil mit der Stiftung Progr abgeschlossen hat. Aus gesetzlichen, betrieblichen und energietechnischen Gründen müsse man Infrastruktur und Technik nun den neuen Anforderungen anpassen.
Den «alten Charme» erhalten
Der Gastrobetrieb kommt während des Umbaus nicht zum erliegen: Für die Sommermonate zieht er in den Innenhof des Progr. Dank einem Zelt sei der Betrieb auch bei schlechtem Wetter gewährleistet, heisst es. Allerdings rückt die Sperrstunde damit bis kurz nach Mitternacht vor.
Ziel des Umbaus sei es, die Turnhalle «energietechnisch und logistisch effizienter» zu gestalten, ihren «alten Charme» dabei aber zu erhalten. Die Stiftung Progr trägt die Investionen an den Gebäuden, für den Innenausbau und den Hofpavillon kommt die Betreiberin auf. Auch Konzertveranstalter Bee-flat ist beteiligt. Insgesamt kostet der Umbau über zwei Millionen Franken, die Betreiberin trägt davon gemäss eigener Aussage über eine Million Franken.
Kontroverse um öffentliche Gelder
Rund um die Finanzierung des Umbaus war es Ende letzten Jahres zur Kontroverse gekommen. Als bekannt wurde, dass Stadt und Kanton Bern insgesamt 435'000 Franken in die Konzertinfrastruktur investiert, wurde Kritik laut. Vor allem die städtische FDP ärgerte sich darüber, dass öffentliche Gelder in die Sanierung flössen. Die Verantwortlichen der Stadt entgegneten, dass die Gelder nicht der Stiftung Progr oder der Turnhalle-Betreiberin gesprochen würden, sondern der Konzertinfrastruktur des Veranstalters Bee-Flat zugute kämen.
Trotz der Beiträge der öffentlichen Hand fehlen Bee-Flat noch immer 100'000 Franken, wie Bee-Flat-Programmleiter Christian Krebs gegenüber dem «Bund» bestätigte. Bee-Flat müsse das Geld bis zum Baubeginn im Sommer auftreiben, weil die Kantonsbeiträge gekürzt würden, wenn das Gesamtbauvolumen nicht erreicht werde. Der Konzertveranstalter hofft daher, den Betrag rechtzeitig aufbringen zu können.
Bevor die Turnhalle den Handwerken überlassen wird, dürfen Fans der beliebten Ausgeh-Institution noch einmal ausgelassen feiern: Während der letzten beiden Maiwochen stellen junge Künstler aus, parallel dazu werden Konzerte, Lesungen und Partys stattfinden. (rym/pd)
Erstellt: 13.04.2012, 16:59 Uhr
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