Bern
Die Klitschko-Show auf dem Bundesplatz
Von Joël Baumann. Aktualisiert am 05.07.2012
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Um zwölf Uhr Mittags ist der Bundesplatz bereits gut gefüllt – die Marke Klitschko zieht an. Gross und Klein warten gespannt, was passieren würde. Doch bis Klitschko den Ring besteigt, müssen sich die Zuschauer noch eine ganze Weile gedulden.
Zuvor blickt Stadtpräsident Alexander Tschäppat – vom Moderator des Anlass als «Dr. Steelhammer» angekündigt – auf den Match und lobt die gesunde Ernährung der Gebrüder Klitschko. Wenig später kämpfen sich Thomas Häberli und Moreno Costanzo von den Berner Young Boys durch die Seile in den Ring. Selber würden sie nie in den Box-Ring steigen, das sei eher eine Sache für den bulligen Raul Bobadilla, meint Costanzo und lacht. Er sei sich aber sicher, dass Klitschko den Kampf am Samstag gewinnt.
Verwirrung um Thompson
Dann endlich kommt ein echter Boxer in den Ring – vermeintlich. Lautstark wird Tony «The Tiger» Thompson angekündigt, der sich erst nach ein paar Runden und Posen im Ring als kleiner Bruder des echten Thompson zu erkennen gibt. Dann taucht Thompson - der echte diesmal - doch noch auf: «Ich will Geschichte schreiben und der erste über vierzig Jahre alte Weltmeister werden», sagt Thompson. Er habe sich über vier Jahre auf diesen einen Kampf und auf den einen Mann vorbereitet: Wladimir Klitschko. Er wolle den Titel und sei diesmal bereit, mehr als elf Runden durchzuhalten.
Pünktlich um 13 Uhr wird er dann endlich angekündigt: «The man you’ve all been waiting for…!» Die Hälse werden länger, die Smartphones werden immer höher in die Luft gehalten. Wladimir Klitschko besteigt den Ring. Unbemerkt hatte er sich zuvor in die erste Reihe gesetzt. Im Gegensatz zu Thompson absolviert Klitschko eine volle Trainingseinheit. Es läuft das Lied «Can’t Stop» von den Red Hot Chili Peppers, deren Konzert Klitschko am Dienstagabend besucht hat.
Eine klare Ausgangslage
Auch für Wale Stettler – Boxfan der ersten Stunde und selber ehemaliger Boxer – ist die Ausgangslage für den Kampf klar: «Das ist eine Klitschko-Show. Die Klitschkos beherrschen den Markt und den Box-Sport – zumindest ausserhalb Amerikas.»
Wladimir Klitschko stand denn auch beim Showkampf im Vordergrund: Während Klitschko noch Autogramme und Interviews gab, hat sein Gegner den Bundesplatz bereits verlassen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.07.2012, 15:51 Uhr
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