Bern

«Der nächste Brand geht vielleicht nicht mehr so glimpflich aus»

Von Anita Bachmann. Aktualisiert am 20.04.2011

In Bern, Biel und Thun gilt ein Feuerverbot im Wald. Die anhaltende Trockenheit und zwei Waldbrände in Bern sind die Gründe dafür.

Der Brand im Bremgartenwald ging glimpflich aus. (Manuel Zingg)

Der Brand im Bremgartenwald ging glimpflich aus. (Manuel Zingg)

Am Montagabend brannte es im Rehaghölzli in Bümpliz. Die Berufsfeuerwehr der Stadt Bern rückte mit 22 Feuerwehrleuten aus und konnte den Brand rasch löschen, der sich auf einer Fläche von 500 Quadratmetern ausgebreitet hatte. Dies war nach dem Brand im Bremgartenwald am Samstagabend bereits der zweite Waldbrand innerhalb kurzer Zeit. Die Brandursachen sind noch nicht geklärt.

Genug für Regierungsstatthalter Christoph Lerch, aufgrund der Trockenheit, der Schönwetterprognosen und der beiden Waldbrände ein Feuerverbot auszusprechen. Auch die Statthalter von Biel und Thun erliessen gestern für ihre Verwaltungskreise ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. Obwohl das kantonale Amt für Wald (Kawa) erst heute eine neue Einschätzung der Waldbrandgefahr veröffentlichen will und sich die Statthalter an dieser Einstufung orientieren, wollte Lerch nicht warten, bis der Kanton eventuell für das ganze Kantonsgebiet ein Feuerverbot erlässt: «Ich musste handeln, der nächste Brand geht vielleicht nicht mehr so glimpflich aus.» Laut dem Kawa galten gestern für das Mittelland und den Berner Jura grosse, für das Oberland und das südliche Emmental mittlere Waldbrandgefahr.

«Umsetzung ist suspekt»

Das Feuerverbot gilt bis auf Widerruf, Zuwiderhandlungen werden mit Busse bestraft, teilen die Statthalterämter mit. An den offiziellen Grillstellen ist das Feuern weiterhin erlaubt. Dort werde ja zum Teil sogar das Holz zur Verfügung gestellt, sagt Lerch. Im Eichholz etwa, wo sich bei schönem Wetter auch im Frühling bereits Dutzende zum Sonnenbaden und grillieren einfinden, müssen die Hobbygrilleure sich die offiziellen Stellen nun wohl teilen. «Man muss aber sehr vorsichtig sein und das Feuer am Schluss ganz löschen», sagt Lerch. Ein Windstoss könne sonst die Glut in ein nahe liegendes Waldstück tragen.

Oft blieb es in der Vergangenheit bei Warnungen vor der Waldbrandgefahr, Feuerverbote wurden im Kanton Bern selten ausgesprochen. So warnte der damalige Berner Regierungsstatthalter im Sommer 2006 vor Bränden am 1. August. Damals habe ein Gewitterregen die Situation am Nationalfeiertag entschärft, eine solche Entspannung der Situation sei im Moment nicht in Sicht, sagt Lerch. Weil Feuerverbote nicht öfters ausgesprochen werden, scheint wohl auch der Umgang damit für die Behörden nicht ganz klar zu sein. «Der Vollzug ist bei den Gemeinden», sagt Lerch. Die Stadt Bern verweist an die Polizei. «Jedermann kann eine Anzeige machen», sagt Polizeisprecher Heinz Pfeuti. Die Polizei müsse aber die Einhaltung des Verbots auch kontrollieren ebenso wie Förster und Jagdaufseher. «Die Umsetzung des Feuerverbots ist mir noch etwas suspekt», sagt Peter Bangerter, Gemeindeverwalter in Bremgarten. Man könne die Wegmeister auf Patrouille schicken, allerdings würden die meisten Brätlifeuer ausserhalb der Arbeitszeiten entfacht. Deshalb gehe es in erster Linie darum, die Bevölkerung zu informieren. Viele würden dann wissen, dass das Feuerentfachen verboten sei, sich auch daran halten oder andere darauf aufmerksam machen, sagt Bangerter. (Der Bund)

Erstellt: 20.04.2011, 06:50 Uhr

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