Der Platzbedarf wird weiter steigen

Das neue Gebäude auf dem Berner Von-Roll-Areal kann die Platzprobleme der Hochschulen nicht langfristig lösen. Für die PH wäre es bereits heikel, wenn die Lehrerbildung der NMS weggespart würde.

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Mitte September wurde das neue Institutsgebäude auf dem Von-Roll-Areal in der Berner Länggasse in Betrieb genommen. Seither bevölkern rund 4500 Studierende das neue Hochschulzentrum. Davon sind rund 2140 bei der Pädagogischen Hochschule Bern (PH) immatrikuliert.

Geht es nach der Finanzkommission des Kantons Bern (Fiko), sollen diese schon bald Zuwachs bekommen. Im Rahmen des Sparpakets ASP schlägt die Fiko vor, die Lehrerausbildung der Neuen Mittelschule (NMS) in die PH Bern zu überführen. Rund 250 angehende Lehrerinnnen und Lehrer werden momentan an der NMS ausgebildet, die ihren Hauptsitz am Berner Waisenhausplatz hat. Die Fiko erhofft sich von der Zusammenlegung Einsparungen aufgrund der Synergien bei der Leitung und der Organisation im Umfang von 2,5 Millionen Franken.

PH steht vor Platzproblemen

«Der Regierungsrat lehnt den Fiko-Antrag klar ab», sagt Erziehungsdirektor Bernhard Pulver auf Anfrage. Da die Lehrerbildung an der NMS stärker musisch ausgerichtet sei, sei unklar, ob sämtliche Studierende zur PH wechseln würden. «In Zeiten drohenden Lehrermangels dürfen wir das nicht riskieren.» Zudem sei in der PH auch nicht beliebig Platz vorhanden, um zahlreiche zusätzliche Studierende aufzunehmen. «Dank dem neuen Hörraumzentrum existieren für Massenveranstaltungen noch Platzreserven», sagt Pulver. Bei Spezialkursen sei der Raum aber durchaus knapp.

Deutlicher noch äussert sich Annette Geissbühler, die Direktorin der NMS Bern. «Ich bezweifle, dass die angestrebten Einsparungen mit einer Zusammenlegung erzielt werden können», sagt sie. Zwar könne man mit der Zusammenlegung eine Institutsleitung wegsparen. Da aber die Dozierenden in der Lehrerbildung der NMS weniger verdienten als ihre Kollegen an der PH, würde sich das wieder aufheben.

Schliesslich ist Geissbühler der Überzeugung, dass die PH vom Platz her gar nicht in der Lage wäre, sämtliche Studierenden der NMS aufzunehmen. «Bei den musischen Fächern wie Musik und technischem und textilem Gestalten sowie beim Sport würde es zwangsläufig Engpässe geben.» Die Direktorin der NMS verweist auch darauf, dass die Studierendenzahlen der PH mittelfristig ohnehin steigen werden. «Ab 2015 werden die ersten Absolventinnen und Absolventen der Fachmatur Pädagogik erwartet.»

Erleichterter Zugang zur PH

Tatsächlich erarbeitet der Kanton gerade die nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen, um den Zugang zu einzelnen PH-Studiengängen zu erleichtern. Absolventen einer Fachmatur pädagogischer Ausrichtung sollen künftig prüfungsfreien Zugang zum Studiengang Vorschulstufe und Primarstufe erhalten. Der Kanton würde den prüfungsfreien Zugang auch gerne Berufsleuten mit Berufsmatur ermöglichen. Die Bundesgesetzgebung verunmöglicht dies aber momentan.

Unabhängig vom Entscheid des Grossen Rates bezüglich der Lehrerausbildung, werden die Studierendenzahlen an der PH Bern zunehmen. PH-Rektor Martin Schäfer wollte am Rande der Einweihungsfeier des neuen Campus (siehe Co-Text) keinen Kommentar zu den kommenden Herausforderungen abgeben. Die Sachlage sei zu komplex, um sie «zwischen Tür und Angel» zu diskutieren, sagte er.

Uni noch nicht «fertiggebaut»

Auch die Universität Bern verzeichnet seit Jahren eine stete Zunahme an Studierenden. Das neue Institutsgebäude kann gemäss Regierungsrätin Barbara Egger, Vorsteherin der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, auch den Platzbedarf der Universität nicht nachhaltig stillen. «Die Universität ist noch lange nicht fertiggebaut», sagte sie. Zwar sei aktuell kein Neubauprojekt geplant, jedoch stünden diverse Sanierungs- und Umbauarbeiten an. «Es werden hohe Kreditanträge kommen.» (Der Bund)

(Erstellt: 09.11.2013, 08:24 Uhr)

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