Bern
Dampfzentrale lenkt ein bei «Tanz-Beiträgen»
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Die offizielle Sprachregelung heisst «Übergangsjahr». So jedenfalls bezeichnet der Vorstand der Berner Dampfzentrale den gegenwärtigen Zustand des Hauses – die operative Leitung ist vakant und für 2012 gilt ein reduziertes Programm. Das international renommierte Festival Tanz in. Bern wurde bereits abgesagt.
Obwohl die Kosten für Personal und Veranstaltungen somit deutlich geringer ausfallen dürften als in den Vorjahren, wollte der Dampfzentrale-Vorstand bislang die gesamte Subventionssumme der Stadt Bern für sich beanspruchen. Auch jene 200'000 Franken, mit denen traditionell das Tanzfestival unterstützt wurde.
Nun hat sich diese Position aufgeweicht. Neu ist der Dampfzentrale-Vorstand bereit, mit der Stadt Bern über eine «Teilrückzahlung der Subventionen 2012» zu sprechen. Dies teilt der Berner Gemeinderat in einer Antwort auf eine Motion der SVP-Stadträte Roland Jakob und Ueli Jaisli mit. Die Motion wird am Donnerstag im Berner Stadtparlament diskutiert.
Neues Budget mit Gewinn
Hintergrund des nun erzielten Kompromisses ist, dass der Dampfzentrale-Vorstand das Betriebsbudget 2012 überarbeitet hat. Gemäss dem neuen Entwurf soll die Dampfzentrale 2012 einen Gewinn von 150'000 Franken erzielen. Anfang 2013, wenn der Jahresabschluss vorliegt, sollen zwischen Dampfzentrale-Vorstand und Berner Gemeinderat Gespräche über die Verwendung des Gewinns stattfinden.
Nebst einer Rückzahlung von Subventionen wird auch eine Stärkung der Eigenkapitaldecke der Dampfzentrale geprüft. Der Eigenkapitalanteil des Kulturzentrums lag Ende 2010 nur bei rund 0,5 Prozent – was der Dampfzentrale eine Rüge der städtischen Kulturchefin Veronika Schaller eintrug. Gemäss Gemeinderat sind auch «weitere Varianten zum Einsatz der freigespielten Mittel» möglich. Voraussetzung ist aber, dass die Mitgliederversammlung der Dampfzentrale das überarbeitete Budget 2012 genehmigt.
Auch der seit Januar gestiegene politische Druck dürfte zur präsentierten Einigung beigetragen haben. Nachdem im Februar bereits verschiedene bürgerliche Stadtparlamentarier kritisierten, dass die Dampfzentrale die Subventionen für das abgesagte Tanzfestival behalten wolle, setzte im März auch Stadtpräsident Alexander Tschäpppät (SP) Druck auf. Im «Bund»-Interview meinte Tschäppät, die Dampfzentrale wäre sehr unklug, wenn sie das Geld nicht zurückzahlen würde. (Der Bund)
Erstellt: 23.04.2012, 17:04 Uhr
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