Bern
Blick in die Kassen der schönsten zehn Meilen von Bern
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Berns schönste zehn Meilen haben ihren Wert: 38 bis 46 Franken zahlen Läuferinnen und Läufer, die heute Samstag mit einer Startnummer durch die Stadt Bern rennen möchten. Ein beachtlicher Betrag für die rund sechzehn Kilometer durch Bern – aber kein unbegründeter. Denn die Infrastruktur am Berner Strassenlauf kostet einiges. Und diese Kosten werden durch die Startgelder allein nicht gedeckt.
Beachtliches Budget
Rund 2,5 Millionen Franken beträgt laut OK-Präsident Matthias Aebischer das Gesamtbudget des Grand Prix von Bern, eine beachtliche Summe für den Strassenlauf. Denn «im Gegensatz zum Budget einer Firma konzentriert sich das des Grand Prix mehr oder weniger auf den Lauftag». Neben den Startgeldern, welche mit etwa 1,2 Millionen die Hälfte der Einnahmen ausmachen, beträgt die Unterstützung durch Sponsoren rund 1,3 Millionen Franken. Dort sind nebst den finanziellen Beiträgen auch weitere Leistungen wie Workshops im Vorfeld des Grand Prix, Verpflegung und eine vergünstigte Anfahrt an den GP eingerechnet.
Nebst den vier Hauptsponsoren Migros, Asics, Post und Groupe Mutuel unterstützt auch die Stadt Bern den Laufsportanlass. Der GP wurde nebst anderen Veranstaltungen wie Zibelemärit, Fasnacht und Frauenlauf durch den Gemeinderat von Gebühren befreit. Rund 125'000 Franken betrug im letzten Jahr laut Marc Heeb, Leiter der Stadtberner Orts- und Gewerbepolizei, der Wert der Dienstleistungen durch die Stadt am GP. Im Vergleich zum Vorjahr wird sich dieser Betrag nicht wesentlich verändern. Zu den kostenlosen Dienstleistungen der Stadt gehören unter anderem die Bodennutzung, der verkehrspolizeiliche Einsatz sowie die Reinigung und Abfallentsorgung. Gemeinderat und Sicherheitsdirektor Reto Nause begründet die Kostenbefreiung des Grand Prix damit, dass der Lauf «eine Ausstrahlung für Stadt und Region» habe. Er liege im Interesse der gesamten Stadt Bern.
Rückstellungen für Engpässe
OK-Präsident Aebischer nimmt an, dass im Sponsoringbereich noch mehr Potenzial liegt. Man wolle das aber nicht ausschöpfen, erklärt er: «Wenn man in New York seine Startnummer abholt, wird man zuerst durch alle Stände der Sponsoren geschleust. Das wollen wir am GP nicht.» Der Grand Prix solle ein Volksfest bleiben und nicht zum kommerziellen Anlass verkommen. «Nicht der Profit, sondern die Qualität steht bei uns an erster Stelle.»
In den letzten Jahren schloss der als Verein organisierte GP finanziell mit einer schwarzen Null ab. Man mache jeweils kleine Rückstellungen in der Höhe eines fünfstelligen Betrags, erläutert Aebischer. Diese würden dazu dienen, finanzielle Schwierigkeiten in Jahren mit zu wenig Teilnehmenden auszumerzen. Denn die Infrastruktur muss vor Anmeldeschluss organisiert und entsprechend bezahlt werden. Laut Aebischer wird die Teilnehmerzahl jeweils anhand des Vorjahrs eingeschätzt: «Es ist besser, nach oben als nach unten anzupassen.»
Teilnehmerrekord
Die Gefahr, dass am Grand Prix von Bern zu wenig Läuferinnen und Läufer teilnehmen, ist zurzeit eher als gering einzuschätzen: Jahr für Jahr schlägt der Berner Lauf seinen eigenen Teilnehmerrekord. Heute Samstag laufen mit 29'107 Läuferinnen und Läufern rund 1000 Sportler mehr als im Vorjahr. Ab 40'000 Teilnehmenden könnte der Laufanlass mit seinen aktuellen Strukturen an die Grenzen stossen, sagt Matthias Aebischer. Bis dahin sorgen aber vorerst wie bisher nebst dem dreissigköpfigen OK-Team tausend ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vor, während und nach dem Grand Prix auf und neben der Strecke für das Wohl der Läuferinnen und Läufer. (Der Bund)
Erstellt: 12.05.2012, 08:15 Uhr
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