Bern

Bieler Amokläufer gibt Interview

Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 23.06.2011

In einem Interview mit der welschen Tageszeitung «Le Matin» behauptet Peter Hans Kneubühl, aus akuter Lebengefahr geschossen zu haben.

Seit September sitzt der Bieler Rentner Peter Hans Kneubühl im Gefängnis. Er hatte sich gegen die Zwangsräumung seines Hauses gewehrt und mutmasslich einem Polizisten in den Kopf geschossen. In einem am Mittwoch publizierten Interview, das die welsche Tageszeitung «Le Matin» schriftlich mit ihm führte, sagt Kneubühl, er bereue nicht, was er getan habe, er werde sich auch nicht entschuldigen «bei solchen Gangstern», man müsse sie bekämpfen. Er erwarte eine Entschuldigung und Entschädigung vom Staat. Geschossen habe er in akuter Lebensgefahr, so Kneubühl. Die Justiz lüge und sei korrupt, doch er werde weiterkämpfen, den Kampf um sein Elternhaus habe er leider zu spät begonnen. Das Leben im Gefängnis sei nicht angenehm, aber andrerseits nicht völlig anders als jenes draussen: Sicherheitstore, Videoüberwachung und dergleichen. Der 68-Jährige bezeichnet sich als «alten 68er», für den viele Illusionen zerbrochen seien. Am 8. September sei sein Leben zu Ende gegangen, er wolle nicht mehr lange leben, sagt Kneubühl. Er bereite derzeit seinen Prozess vor. (Der Bund)

Erstellt: 23.06.2011, 08:20 Uhr


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