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Berner Ballett-Zukunft ohne Marston
Von Marianne Mühlemann. Aktualisiert am 03.05.2012 4 Kommentare
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Gestern ist der Entscheid gefallen: Auf die Spielzeit 2013/14 soll das Tanzensemble am Berner Stadttheater eine neue künstlerische Leitung erhalten. Der Vertrag von Cathy Marston, die das Ensemble seit 2007 künstlerisch leitete, wird nicht verlängert. Der Stiftungsrat von Konzert Theater Bern habe einen entsprechenden Antrag von Stephan Märki, dem neuen Direktor des Vierspartenhauses, genehmigt, hiess es gestern.
Der Entscheid sei ihm nicht leicht gefallen, sagt Märki. Er habe grossen Respekt vor der Arbeit, die Marston in Bern geleistet habe. Bis zu ihrem Abgang in einem Jahr wird sie 32 Uraufführungen kreiert haben; sie gastierte mit dem Berner Ballett u. a. in London, suchte das 12-köpfige Ensemble mit Stipendiaten aufzustocken und arbeitete in den letzten Jahren vermehrt mit Live-Musikern (von Steffe la Cheffe, der Paméla Mendez Band bis zur Camerata Bern oder dem DJ Gabriel Prokoffief) zusammen.
Oft basierten ihre Stücke auf literarischen Vorlagen oder Figuren, die sie aus einem neuen Blickwinkel beleuchtete. Die Ästhetik ihrer Stücke traf zu Beginn nicht immer den Geschmack des Berner Publikums. Zu krass war der Schritt zurück nach den Werken des Tanzchefs Stijn Celis, dessen Nachfolge Marston angetreten hatte. In den letzten Arbeiten hat sie vermehrt abstrakte Tanzstücke erarbeitet, dabei aber noch nicht ganz zu einem eigenen Stil gefunden.
«Bin enttäuscht»
«Ich hätte gerne auf dem weiter aufgebaut, was ich in Bern erreicht habe», sagt Marston. «Ja, ich bin enttäuscht, dass meine Arbeit in Bern nach der nächsten Spielzeit enden wird.» Sie hoffe, dass das Publikum, dessen Interesse sie für den Tanz gewonnen hat, den Enthusiasmus auch künftig bewahre.
Es sei für ihn eine grosse Herausforderung, das Konzert Theater Bern künstlerisch neu zu positionieren, sagt Stephan Märki. «Ich will das Ensemble nicht auflösen.» Im Gegenteil: Er wollte noch einen Schritt weiter gehen. «Die Sparte Tanz muss mutiger werden.» Das Ensemble müsse in seiner Ästhetik eindeutiger und überraschender sein. «Die Tanz-Angebote in Zürich, Basel oder der Dampfzentrale müssen sich unterscheiden.» Vermehrt möchte er in Zukunft spartenübergreifend arbeiten. Zur neuen Leitung, die er «im Kopf» habe, könne er sich noch nicht äussern, bevor der Stiftungsrat zum Vorschlag nicht Stellung bezogen habe. Es sei geplant, dass die neue Leitung mit dem Kern des jetzigen Ensembles weiterarbeiten werde, so Märki. Und die Berner Tanzcompany werde auch künftig mindestens 12 Stellen haben. (Der Bund)
Erstellt: 02.05.2012, 12:06 Uhr
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4 Kommentare
Nach dem erfolgreichen und innovatorischen Schauspielchef Erich Sidler (Hamlet) muss jetzt auch die Balletchefin gehen.
Beide haben in den letzten Jahren das früher diffuse Image unseres Stadttheaters durch ihre innovatorischen Aktivitäten verbessert.
Was will Stephan Märki mehr?
Mir scheint Märki ein Macher zu sein, der nur sich im Zentrum sehen will. Hat er Angst vor erfogreichen Mitarbeitern?
Antworten
Nun "Keanziglet" es auch im Stadttheater Bern. Wieviele "Phasenzünder" braucht Märki wohl, bis das Stadttheater den "CEO-Trainer" auswechseln muss? Wieviele "mutige Ambitionen?" Genf, Zürich, Basel, Freiburg und Solothurn sind nicht ab der Welt. Antworten
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