Bern
Bern wird langsamer
Von Lisa Stalder. Aktualisiert am 25.04.2012
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Bern ist die Stadt des Langsamverkehrs schlechthin: In keiner anderen Schweizer Stadt sind so viele Strassenabschnitte verkehrsberuhigt wie in Bern. Mittlerweile sind weit über 90 Prozent der Stadtberner Quartierstrassen Tempo-30-Zonen, die paar wenigen «Löcher» sollen in naher Zukunft gestopft werden. In den vergangenen Jahren sind zudem immer mehr Begegnungszonen – Zonen, in denen Tempo 20 gilt – eingerichtet worden.
Doch nicht nur in der Stadt Bern, sondern auch in umliegenden Gemeinden sind verkehrsberuhigte Zonen im Vormarsch: Dies geht aus einer Umfrage hervor, welche die Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) im vergangenen Jahr bei den damals noch 97 RKBM-Gemeinden durchgeführt hatte. Es habe sich gezeigt, dass mittlerweile 30 Gemeinden im RKBM-Perimeter Tempo-30-Zonen eingerichtet hätten, teilte die Regionalkonferenz gestern mit. Tendenz steigend: In elf weiteren Gemeinden seien solche Zonen geplant.
Ostermundigen eine Ausnahme
Ein Blick auf die Karte zeigt, dass insbesondere Agglomerationsgemeinden wie Köniz, Bolligen oder Muri oder auch regionale Zentren wie Münsingen und Schwarzenburg bereits solche Zonen realisiert haben. In ländlichen Gebieten sind Tempo-30-Zonen hingegen noch weniger verbreitet. Es gibt allerdings Ausnahmen: So kennen beispielsweise Schalunen oder auch Herbligen verkehrsberuhigte Gebiete. In Schlosswil und Zuzwil sollen demnächst solche Zonen eingerichtet werden.
Eine Ausnahme bei den Kerngemeinden der Agglomeration Bern bildet Ostermundigen, wo bisher nur wenige Tempo-30-Zonen umgesetzt wurden. Hier bestehe sicher noch Handlungsbedarf, sagt Laurent Reusser, Fachbereichsleiter Verkehr bei der RKBM, auf Anfrage. «In Gemeinden mit kompakten, grösseren Wohnquartieren und einem hohen Anteil an Durchgangsverkehr sind Tempo-30-Zonen sehr sinnvoll.»
Tempo-30-Zone nicht überall angebracht
Dies gelte auch für Gemeinden wie Konolfingen oder Grosshöchstetten. Solchen Gemeinden empfehle die RKBM, die Einführung oder die Erweiterung von Tempo-30-Zonen zu prüfen. Reusser betont aber, dass es nicht das Ziel der Regionalkonferenz sei, dass möglichst überall solche Zonen eingerichtet würden. «Es kommt immer auf die örtliche Situation an, ob eine Verkehrsberuhigung Sinn macht oder eher nicht.»
Begegnungszonen, für welche die Initiative von den Anwohnern ausgehen muss, gibt es im Perimeter der Regionalkonferenz bisher in dreizehn Gemeinden. In sieben weiteren Gemeinden sind solche geplant. (Der Bund)
Erstellt: 25.04.2012, 12:03 Uhr
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