Bern
Autofreie Sonntage stossen auf Widerstand
Von Martin Erdmann. Aktualisiert am 08.05.2012 14 Kommentare
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Die Autos werden von den Strassen verbannt. Zumindest am 1. Juli im Breitenrain und am 19. August in der Länggasse. An diesen autofreien Sonntage sollen die Strassen von der Bevölkerung für eigene Ideen und Aktivitäten genutzt werden, wie die Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie mitteilt. Im Unterschied zum vergangenen Jahr findet an den diesjährigen autofreien Sonntagen kein Rahmenprogramm statt.
Die Stadtregierung, die erst 2013 wieder einen autofreien Sonntag durchführen wollte, erhielt im vergangenen Herbst vom Berner Stadtparlament den Auftrag, in diesem Jahr gleich zwei autofreie Sonntage durchzuführen.
Aktion «verbrennt Steuergelder»
Die Jungfreisinnige Stadt Bern nimmt diesen Entscheid «mit grossem Befremden» zur Kenntnis. «Es ist nicht Aufgabe des Staates, seinen Bürgern zu diktieren, ob und wenn ja mit welchem Fortbewegungsmittel sie ihre Mobilität wahrnehmen sollen», schreibt die Jungpartei in einer Mitteilung. Gleichzeitig stellt sie den Sinn der autofreien Sonntage in Frage. Denn es gebe keinen Nachweis einer nachhaltigen Wirkung oder eines positiven Einflusses auf die Umwelt. Dadurch grenze «die Stadt Bern die Freiheit ihrer Bürger auf schikanöse Art und Weise ein und verbrennt munter Steuergelder für ideologisch begründete Anliegen.»
Die Jungfreisinnigen fordern deshalb den Gemeinderat dazu auf, auf die Durchführung der autofreien Sonntage zu verzichten. Sie unterstützen hingegen die Idee, den Bewohnern der Stadt an auserwählten Daten gegen Abgabe des Autoschlüssels ein gratis GA zu überreichen.
Verkehrsverlagerung befürchtet
Auch beim Leist Bern Nord sorgen die autofreien Sonntage für Kritik. «Die für einen autofreien Sonntag aufgewendeten Steuergelder gilt es mit Bedacht auszugeben», heisst es in einer Medienmitteilung. Denn bisher fehle der Nachweis, dass solche Aktionen einen nachhaltigen Nutzen bezüglichpositivem Einfluss auf das Mobilitätsverhalten der Bewohner der Stadt Bern und damit die Umwelt haben.
Doch das ist nicht das einzige Bedenken des Leistes Bern Nord. In einem autofreien Sonntag, der auf einzelne Quartiere beschränkt ist, sieht sie ein weiteres mögliches Problem. Der Verkehr könne dadurch einfach umgeleitet werden und somit für Mehrverkehr auf den Umfahrungsstrassen sorgen.
Auch die Grünen kritisieren
Das Grüne Bündnis Stadt Bern (GB) übt ebenfalls Kritik am Gemeinderat – doch aus völlig anderem Grund. «Leider wurden bis jetzt Quartiervereine, AnwohnerInnen, Jugend- und Kindervereine nicht in die Planung miteinbezogen», teilt die Partei mit. Sie hofft, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird.
Erst eine GB-Motion im Jahr 2003 hat die Diskussionen um autofreie Sonntage in Bern losgetreten. Darin forderten die Grünen gleich vier autofreie Sonntage pro Jahr. So weit kam es nie. Ein erster Erfolg konnte erst 2011 gefeiert werden. Dann wurden die Autos zum ersten Mal sonntags von der Strasse verbannt. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.05.2012, 11:07 Uhr
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14 Kommentare
Autofreie Sonntage sind Ausdruck einer rein ideologisch begründeten Zwängerei von Rot-Grün, weder innovativ noch effektiv, mit einem schlechten Preis-/Leistungs-Verhältnis. Wie die Realität aussieht, zeigen die eben publizierten Ergebnisse einer gross angelegten Befragung des Bundes zum Verkehrsverhalten der Bevölkerung, die besser als alles andere erklären, weshalb diese Schikanen nichts bringen. Antworten
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