Bern
Allmend-Kompromiss nach mehr als 30 Jahren
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Die Planung zog sich über 30 Jahre hin, doch nun nimmt die zukünftige Nutzung der Berner Allmend Gestalt an. Der Stadtrat hat am Donnerstag einem Nutzungszonenplan deutlich zugestimmt.
Der weitläufige Charakter der Grossen und der Kleinen Allmend im Norden der Stadt Bern soll weiterhin beibehalten werden. Auf den Rasenflächen werden sich also auch in Zukunft Breitensportler, Hundebesitzer und Spaziergänger tummeln.
Kunst- und Naturrasenspielfelder
Neu geplant sind auf der Grossen Allmend wie einst vom Stadtrat gefordert zwei Kunstrasenspielfelder zur freien Nutzung. Auf der Kleinen Allmend sollen zwei weitere Naturrasenfelder entstehen.
Die vier bestehenden Rasenplätze auf der Grossen Allmend wiederum bleiben erhalten. Damit kann laut dem Gemeinderat der «Mangel an Rasenspielplätzen im Norden Berns» behoben werden.
Ihr Interesse angemeldet hatten auch die Berner Young Boys, die gerne exklusive Trainigsflächen in unmittelbarer Nähe zu ihrem Heimstadion gesehen hätten. Diesem Ansinnen hatte die Stadt aber eine Absage erteilt.
Parkplätze für Grossanlässe
Auf der Kleinen Allmend auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn wiederum soll der Untergrund entlang der Bolligenstrasse parkplatztauglich gemacht werden. Bei Grossanlässen wie der BEA Expo sollen dort bis zu 500 Autos abgestellt werden können.
Seitens Rot-Grün wurden die Parkplätze in der Stadtratsdebatte als «notwendiges Übel» bezeichnet. Man wollte offensichtlich nach dem jahrelangem Versuch, die verschiedenen Nutzungsinteressen in einen Kompromiss zu packen, nicht wieder zurück auf Feld eins.
Ein Antrag, die Parkplätze auf der Kleinen Allmend aufzuheben, blieb ebenso chancenlos wie jener, der mit Verweis auf die geringe Nachhaltigkeit einen Verzicht auf den Kunstrasen verlangte.
Lange Geschichte
Indem der Stadtrat dem Zonenplan deutlich zustimmte, kann eine Motion aus dem Jahr 1979 endlich ad acta gelegt werden. Der ehemalige SP-Stadtrat Rudolf Käsermann, der vor mehr als 30 Jahren eine Vorlage zur Gestaltung der Kleinen Allmend verlangt hatte, verfolgte die Debatte im Stadtrat am Donnerstag von der Tribüne aus. Der heute 86-Jährige wurde mit Applaus begrüsst.
Ein Runder Tisch, dem neben Stadtratsvertretern auch die Quartierorganisationen angehörten, hatte 2009 den Weg zur nun vorliegenden Lösung geebnet. Stadtpräsident Alexander Tschäppät sprach im Stadtrat von einer wahren «Zangengeburt». Das letzte Wort hat nun das Stimmvolk. (bs/sda)
Erstellt: 29.03.2012, 21:06 Uhr
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