Bern

Absage um Absage für die SVP

Von Christoph Lenz. Aktualisiert am 07.02.2012 1 Kommentar

Gäumann, Lüthi, Neeracher: Die SVP kassiert auf ihrer Suche nach Gemeinderatskandidaten Absage um Absage. Die Zeit drängt.

Bei Peter Bernasconi stapeln sich die Absagen.

Bei Peter Bernasconi stapeln sich die Absagen.
Bild: Valérie Chételat (Archiv)

Es muss jetzt schnell gehen. Bereits am Montag soll der Vorstand der Stadtberner SVP-Sektion entscheiden, wer ins Rennen um den Gemeinderat steigt. Zwei Wochen später wird die Parteibasis endgültig darüber befinden, welche zwei Personen sie auf die bürgerliche Liste setzt. Die FDP, die Listenpartnerin der SVP, hat sich schon Mitte Januar auf die beiden Stadträte Bernhard Eicher und Alexandre Schmidt festgelegt.

SCB-CEO Marc Lüthi will nicht

Je näher der Entscheid rückt, desto heftiger brodelt die Gerüchteküche – und desto mehr Hoffnungsträger verlassen das Kandidatenkarussell. Bernd Schildger, Tierpark-Direktor, zog sich vor zwei Wochen mit einem Knall zurück, als er dem mit der Kandidatensuche betrauten Peter Bernasconi in letzter Minute eine Absage erteilte. Andere machen sich auf leiseren Sohlen aus dem Staub. Etwa Marc Lüthi, CEO des SCB und Chef der Sportgastro AG. Auch er hat vor einiger Zeit eine Anfrage von SVP-Bern-Präsident Bernasconi erhalten. Auf Anfrage des «Bund» winkt er ab. «Ich bin kein Politiker», sagt er. Und zu allen weiteren Fragen: «Kein Kommentar.»

Auch Anton Gäumann, CEO des Westside Freizeit- und Einkaufszentrums in Bern-Brünnen, wurde von Bernasconi kontaktiert. Für Gäumann, dessen politische Karriere einst beim LDU begann und der während der Neunzigerjahre für die FDP in Steffisburg politisierte, «kommt dieses Amt aber nicht infrage». Zu den Gründen für seine Absage will Gäumann sich nicht äussern.

Zeichen gesteigerter Verzweiflung

Auf dem Pult von Peter Bernasconi stapeln sich auch Absagen von prominenten Damen. SVP-Stadträtin und GastroBern-Präsidentin Eveline Neeracher liess sich ebenso wenig zu einer Kandidatur bewegen wie SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler und SVP-Bern-Geschäftsführerin Aliki Panayides. Dass Bernasconi auch um die Gunst der letzten zwei weibelte, deuten manche Beobachter als Zeichen der gesteigerten Verzweiflung. Schliesslich sind beide in der Stadt Bern nicht stimm- und wahlberechtigt.

Peter Bernasconi versichert aber, dass er mehrere hochkarätige Zusagen vorliegen hat. Und auch wenn nach dem Schildger-Rückzug ein Raunen durch den rechten SVP-Flügel ging – manche fragen sich, ob Bernasconis Wunschkandidaten die Werte der SVP überhaupt teilen –, will Bernasconi am Profil des Kandidaten festhalten: «Wir suchen eine unverbrauchte, nicht vorbelastete und bürgerliche Person.» (Der Bund)

Erstellt: 07.02.2012, 06:49 Uhr

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1 Kommentar

Mike Hirschi

07.02.2012, 10:15 Uhr
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Wen wunderst, dass der Volchspartei die fähigen Köpfe ausgehen. Am Stammtisch zu poltern ist wahrscheinlich einfacher, als Exekutivverantwortung zu übernehmen. Auf die "hochkarätigen" Zusagen bin ich doch sehr gespannt. Wird wohl mal wieder ein Fuchs aus dem Hut gezaubert. Hochkarätiger gehts ja eh nicht. Sic transit gloria mundi. Antworten




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