2'800 Stadtberner Hunde müssen an die Leine
Von Dölf Barben. Aktualisiert am 20.08.2010 15 Kommentare
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Nicht nur in der Berner Innenstadt, auf Sportplätzen und im eintrittsfreien Teil des Tierparks (wie bisher) sollen Hunde künftig an der kurzen Leine geführt werden. In ihrem Verordnungsentwurf hat die Stadtregierung gegen 100 Park- und Grünanlagen namentlich aufgeführt, wo ebenfalls Leinenzwang gilt (dabei handelt es sich hauptsächlich um Anlagen mit Spielplätzen). Eine Auswahl: Grosse Allmend (ohne Hartflächen), kleine Allmend, Bärenpark, Spielplatz Eichholz Badeplatz, Floraanlage, Gaswerkareal, Grabenpromenade, Schütte-Perimeter, Elfenau: Pro-Specie-Rara-Garten und Reservat, Aktivspielplatz Schützenweg, Viktoriaplatz, Bümpliz Schlosspark, Waldspielplatz Studerstrasse, Spielplätze Tscharnergut A–D, Spielanlage und Spielwiese Winterhalde, Spielplatz Weyermannshaus Bad.
Eigentlich basiere die Verordnung auf nichts anderem als dem gesunden Menschenverstand. Hunde sollen in Bern nur dort an der Leine geführt werden müssen, «wo der verantwortungsbewusste Hundeführer seinen Hund bereits heute an der Leine führt»: Dies sagt Gemeinderat Reto Nause (CVP) auf Anfrage zur gestern veröffentlichten Hundeverordnung für die Stadt Bern.
Die «Philosophie» des Regelwerks, das sechs Artikel und zwei Anhänge aufweist, lässt sich laut Nause in einem Satz zusammenfassen: Überall dort, wo das Publikumsaufkommen gross ist, muss der Hund an die Leine. Dies gilt insbesondere für die Aussenanlagen von Kindergärten und Schulen, für Spiel- und Sportplätze und für die meisten öffentlichen Park- und Grünanlagen. «Bedingt durch das grosse Menschenaufkommen» müssen Hunde künftig aber auch in der Berner Innenstadt an die Leine.
Kein Leinenzwang in Wäldern
Aber auch die rund 2800 in der Stadt Bern registrierten Hunde liegen dem Gemeinderat am Herzen: Es sei ihm ein wichtiges Anliegen, dass sie «weiterhin genügend Auslauf erhalten», heisst es in der Mitteilung der Stadt. In den meisten Wäldern und auch auf den Wegen entlang der Aare soll dies möglich bleiben.
Aufgeflammt war die Diskussion um den Umgang mit Hunden vor wenigen Jahren, nachdem es andernorts zu schwerwiegenden Vorfällen gekommen war. Im Zuge der Kampfhund-Debatte hatte auch der Berner Stadtrat rigorose Massnahmen gegenüber «gefährlichen Hunden» verlangt. Die Verordnung ist nun eine Antwort auf damalige Vorstösse. Dem Gemeinderat sei es wichtig, dass der Leinenzwang einfach geregelt werde, sagt Nause. Bisher herrschte diesbezüglich ein Wirrwarr.
Der Vollzug der neuen Verordnung soll im Rahmen der bisherigen Kontrolltätigkeit der Kantonspolizei erfolgen. Es sei nicht vorgesehen, nun in jedem Park Hinweisschilder aufzustellen, sagt Nause. Er denke eher an «Sensibilisierungskampagnen». Bei Bedarf wären Briefe an die Hundebesitzer der Stadt Bern denkbar. Schliesslich würden aber auch Bussen verteilt. Wie hoch diese sein werden, wisse er nicht. Nause schätzt, dass ein fehlbarer Hundehalter «schon 100 Franken riskiert»; das Höchstmass liegt bei 2000 Franken.
Die Hundeverordnung wird nun den Nachbargemeinden zugestellt, damit sie sich dazu äussern können. Der Kanton schreibt in diesem Fall die Koordination zwischen den Gemeinden vor. Bis Ende Jahr will der Gemeinderat die bereinigte Verordnung verabschieden, und möglichst rasch will er sie in Kraft setzen.
«Auf der anderen Seite der Leine»
Vonseiten der Hundebesitzer dürfte keine fundamentale Opposition zu erwarten sein. Ihren Organisationen ist es wichtig, dass nicht versucht wird, die Probleme mit Vorschriften für bestimmte Hunderassen zu lösen. Wenn es Probleme gebe, «dann befinden sich diese auf der anderen Seite der Leine», sagt Peter Rub, der in Kirchlindach wohnhafte Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft.
Die Stossrichtung der Stadtberner Hundeverordnung stimmt auch für Claudia Obrecht, die Präsidentin der Interessengruppe Kynologischer Organisationen des Kantons Bern und Umgebung (IGKO). Die Stadt war bei der Erarbeitung der Hundeverordnung mit ihr im Gespräch. An neuralgischen Punkten wie Spiel- oder Schulhausplätzen gehöre ein Hund sowieso an die Leine, sagt Obrecht. Wäre der Leinenzwang aber auf Gebiete wie den Bremgartenwald ausgeweitet worden, «dann hätten wir uns vehement gewehrt». (Der Bund)
Erstellt: 20.08.2010, 07:53 Uhr
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15 Kommentare
Wenn ich mit unserem Hund auf Spaziergängen in schwierige Situationen komme, ist es immer wegen anderen Hundehaltern! Es gibt Hundehalter die nehmen keine Rücksicht- auf Niemanden.Schade. Da kann man versuchen sich so zu verhalten wie man es von den Hundetrainern gelernt hat, doch offensichtlich gibt es einfach Leute die studieren nicht oder vielleicht ist es das Ganze ja auch eine Charakterfrage? Antworten
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