Bern

124 Festnahmen nach unbewilligter Demo

Aktualisiert am 02.04.2012 27 Kommentare

Am Samstagabend fand in der Stadt Bern eine unbewilligte Demonstration statt. Die Polizei kesselte die Gruppe bei der Heiliggeistkirche ein.

1/3 Polizisten sperren das Gebiet unter dem Baldachin ab.
TeleBärn

   

Eine grössere Personengruppe besammelte sich am Samstag gegen 21 Uhr in der Länggasse und zog zum Baldachin beim Bahnhof Bern. Dabei kam es zu Sachbeschädigungen an Ticketautomaten von BernMobil und zu Sprayereien, wie die Polizei in einer Mitteilung vom Sonntag schreibt.

Der stetig anwachsende Demonstrationszug lief danach als eine «Strassenparty» durch die Innenstadt. Dabei hätten «meist vermummte Personen zahlreiche weitere Sachbeschädigungen durch Sprayereien an Gebäuden und an einem Fahrzeug», wie es in der Polizeimeldung weiter heisst.

Gummischrot und fliegende Flaschen

Kurz nach 22 Uhr wurde die Gruppe bei der Heiliggeistkirche von der Polizei abgemahnt und eingekesselt. Nachdem die im Einsatz stehenden Polizistinnen und Polizisten von Personen von der gegenüberliegenden Strassenseite mit Flaschenwürfen angegriffen wurden, setzte die Polizei Gummischrot ein. Auch aus dem Kreis der eingekesselten Personen wurden Flaschen geworfen.

Insgesamt wurden 124 Demonstrationsteilnehmer zur Kontrolle abtransportiert. Es handelt sich dabei um 37 weibliche und 87 männliche Personen, 14 davon waren unter 18 Jahre alt. Mehrere Personen werden wegen Landfriedensbruch zur Anzeige gebracht werden. Zur Anzeige gebracht werden zudem Widerhandlungen gegen das Waffen- sowie das Betäubungsmittelgesetz.

Kritik der JA und der Jungen Grünen

Die Jungen Alternativen kritisieren das Verhalten der Ordnungshüter. Die «Strassenparty» sei friedlich durch die Stadt gezogen, bis die Gruppe «ohne Vorwarnung eingekesselt und schikaniert» worden sei. Die Junge Alternative JA! fordert ein sofortiges Überdenken der Polizeitaktik in ähnlichen Fällen.

Die Jungen Grünen Bern halten in einer Medienmitteilung mit, die Flaschen seien den Eingekesselten zwecks Trinkwasser zugeworfen und nicht etwa auf die Polizisten geschleudert worden. Einzig die gewalttätige Überreaktion der Polizei habe zu einer kurzen Eskalation geführt.

(dam/pd/sda)

Erstellt: 01.04.2012, 12:07 Uhr

27

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

27 Kommentare

Bruno Oerig

01.04.2012, 13:43 Uhr
Melden 77 Empfehlung 0

Wäre doch nett zu wissen, wofür die Damen und Herren eigentlich demonstriert haben, aber offensichtlich berichtet der Bund bereits wie eine Staatszeitung und erwähnt dieses doch wichtige Detail gar nicht! Antworten


Paul Pixel

01.04.2012, 14:12 Uhr
Melden 52 Empfehlung 0

Gute Recherche! Das die Demonstration eigentlich friedlich verlief und nur ein sehr kleiner Teil der Beteiligten vom "schwarzen Block" waren, bleibt unerwähnt! Unabhängige Berichterstattung sieht anders aus! Antworten



Bern

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz