«Wir plangen auf Schnee»

Stadtnahe Skigebiete können nur gold-braune Wiesen und keine Pisten mit weissem Pulverschnee anbieten.

Auch die Wiriehornbahnen stehen still. «Wir brauchen unbedingt einen guten Winter», sagt Verwaltungsratspräsident Erich Klauwers.

Auch die Wiriehornbahnen stehen still. «Wir brauchen unbedingt einen guten Winter», sagt Verwaltungsratspräsident Erich Klauwers.

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«Wir wären parat, aber der Schneelieferant macht nicht vorwärts!» Den Humor haben sie am Skilift Rüeschegg noch nicht verloren, doch so ganz wohl scheint es der Frau, die das Band des Schneetelefons besprochen hat, dennoch nicht zu sein: «Wir warten auf Schnee, wir plangen auf Schnee.» Auch sonst ist am Gantrisch nicht viel zu wollen mit Ski und Snowboards. Im Gurnigelbad warte man auf das neue Jahr und hoffe auf Schnee, wie es auf dem Band heisst.

Nicht mal im Selital ist etwas zu holen, da hilft auch das Branding als «SchneeSelital» nicht weiter. Vom Skifahren sei noch «e Chehr nid d Red», heisst es da. Der «Schneebus» ist zwar in der Altjahrswoche und über Silvester im Einsatz, doch der Langlauftag vom 26. Dezember musste verschoben werden. Und die Webcam zeigt gleissende Sonne und gold-braune Wiesen. Für den Herbstwanderer wäre das bestes Wetter, ein Skifahrer kann dieser Situation jedoch kaum etwas Gutes abgewinnen.

Ähnlich sieht es beim Ottenleuebad und am Skilift Gurnigel-Wasserscheide aus. «Wandern ist angesagt», so der Mann am Schneetelefon der Wasserscheide, «das geht ganz gut.» Das Skilift-Restaurant sei jeden Tag geöffnet. Am Schneetelefon des Skilifts Riffenmatt schliesslich meldet sich der Fax – nach offener Piste klingt auch das nicht.

Besser als dem Gantrisch-Gebiet geht es auch dem Emmental nicht. Die Skilifte Linden, Eggiwil und Biglen – sie alle sind geschlossen. Genauso sieht es an der Grenze zum Oberland aus: Im «Snowpark» Eriz ist von Kinderland über Langlaufloipe bis Schlittelpiste alles geschlossen, der letzte Schneefall datiert vom 7. März 2016.

Im «Park im Grünen» ist es grün

Näher an der Stadt, aber noch hoffnungsloser ist der Fall beim Mini-Skigebiet auf dem Gurten. Hier bleibt es beim «Park im Grünen», wie die Migros das Areal auf dem Gipfel nennt, selbstverständlich sind weder Skilift noch Schlittelweg offen. Nur an ganz wenigen Orten sind ganz wenige Pisten geöffnet. In Bumbach-Schangnau etwa, wo die Kinderpiste künstlich beschneit wird. Und auf der anderen Seite der Kantonsgrenze, bei den Kaisereggbahnen am Freiburger Schwarzsee, hat es 30 Zentimeter Kunstschnee – auf einem von insgesamt 20 Kilometern Piste. (Der Bund)

Erstellt: 29.12.2016, 06:53 Uhr

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