«Es ist ziemlich cool», sagt der Pfarrer

Die Aktion mit den Wohlener Reformationssuppen ist ein Erfolg geworden. Nun gibts eine zweite Auflage – mit Frau.

Das neue Suppenbeutel-Cover. Foto: zvg

Das neue Suppenbeutel-Cover. Foto: zvg Bild: zvg

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Zum Reformationsjubiläum hatten sich die Wohlener Pfarrersleute Heinz Wulf und Karolina Huber Anfang Jahr etwas Besonderes einfallen lassen. Sie liessen auf einer Produktionsanlage der Migros gegen 40 000 Suppenbeutel mit eigenen Designs abfüllen – Reformationssuppen (siehe «Bund» vom 9. Januar). Im Angebot waren drei Sorten, die den Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin gewidmet waren. Das private Projekt war für das Ehepaar nicht ohne Risiko. Als die Beutel geliefert wurden, schluckten die beiden zunächst einmal leer: Die Suppenladung war riesig, viel grösser als erwartet. Doch die Befürchtung, sie könnten auf ihren Suppen sitzen bleiben, war unbegründet.

«Wir haben den grössten Teil verkauft», sagt Wulf auf Anfrage. «Und immer noch kommen Bestellungen herein – es ist schon ziemlich cool.» Von der Luther-Suppe, einer Buchstabensuppe, die den Namen Sola scriptura trägt und von der sie am meisten hatten herstellen lassen, seien noch rund 6000 Packungen übrig. Aus der ganzen Schweiz seien Bestellungen eingegangen, auch aus Deutschland oder Italien. Oft hätten Kirchgemeinden Suppen gekauft, die sie dann im Rahmen eines Anlasses zum Reformationsjubiläum verteilen wollten.

Die Aktion ist auch finanziell aufgegangen. Von Anfang an stand fest, dass ein allfälliger Gewinn an die reformierte Kirchgemeinde im Gambarogno (Tessin) und die politische Gemeinde Safiental (Graubünden) gehen sollte. Sie werden schliesslich wohl je rund 10 000 Franken erhalten, schätzt Wulf.

Mit ihrer Aktion wollten Heinz Wulf und Karolina Huber der von ihnen diagnostizierten «Kopflastigkeit» des Reformationsjubiläums etwas entgegensetzen. Doch auch bei ihrem eigenen Tun fanden sie ein Haar in der Suppe: Es war ihnen zu männerlastig. Die Reformation sei durchaus geprägt durch die «grossen Herren», sagt Wulf, aber bei der Umsetzung der neuen Ideen hätten Frauen ebenfalls tatkräftig mitgeholfen und damit eine wichtige Rolle gespielt.

Wulf und Huber planen nun eine Neuauflage der Aktion – vom Volumen her im gleichen Rahmen, diesmal aber mit einer vierten Sorte. Der Grafiker Bruno Fauser, der für sie schon die ersten Beutel gestaltete, hat bereits einen neuen Entwurf vorgelegt. Die neue Suppe, eine Tomatensuppe, wird Wibrandis Rosenblatt gewidmet. Diese war zwar selber nicht Reformatorin, sie war aber – der Reihe nach – mit drei Reformatoren verheiratet. In den Pfarrhäusern, in denen sie lebte, war es ihre Aufgabe, sich um Gäste, Flüchtlinge und Notleidende zu kümmern. «Für diese Leute hat sie bestimmt auch Suppe gekocht», sagt Wulf.

Falls die zweite Auflage, die aus produktionstechnischen Gründen erst im August lanciert werden kann, wieder Gewinn abwirft, soll dieser laut Wulf an die Berner Sans-Papiers-Beratungsstelle und an eine reformierte Kirchgemeinde im Welschland gehen. (Der Bund)

Erstellt: 21.04.2017, 07:50 Uhr

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