Tierrechtler sammeln bald Unterschriften gegen neues Labor

Gegen den Grossratsbeschluss für ein neues Forschungslabor der Uni Bern ergreifen linke Kleinparteien und Tierversuchsgegner das Referendum.

Geht es nach Berner Tierschützern, soll in Bern kein neues Forschungslabor entstehen (Symbolbild).

Geht es nach Berner Tierschützern, soll in Bern kein neues Forschungslabor entstehen (Symbolbild). Bild: Keystone

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Im Parlament fanden die Tierversuchsgegner kein Gehör. Zu null Stimmen bei zwei Enthaltungen bewilligte der Grosse Rat vor gut zwei Wochen 141 Millionen Franken für ein neues Forschungslabor der Universität Bern an der Murtenstrasse zwischen Bahngleisen und Insel.

Doch die Tierrechtler geben nicht auf. Nun hoffen Grüne Partei Bern (GPB) und Alternative Linke (AL) zusammen mit vier weiteren Tierrechtsorganisationen auf mehr Gehör beim Volk. Jedenfalls künden sie für nächste Woche den Sammelstart eines Referendums gegen das Grossprojekt von Kanton und Uni an. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir diese grosse Aufgabe meistern werden», sagt Komiteevertreter Benjamin Frei. «Seit dem Grossratsentscheid haben sich bereits zahlreiche Freiwillige gemeldet, die auf den Strassen Unterschriften sammeln wollen.» Um einen Urnengang zu erzwingen, haben die Gegner des neuen Forschungslabors drei Monate Zeit, 10 000 gültige Unterschriften zu sammeln.

Ausser Simone Machado-Rebmann (GPB, Bern) stellten sich im Parlament alle Parteien hinter das Projekt. Die Mehrheit fand, der Baukredit sei das falsche Streitobjekt; wenn schon sei das nationale Tierschutzgesetz anzupassen.

Tierschützer stehen hinter Neubau

Neben GPB und AL gehören folgende Tierrechtsorganisationen dem Referendumskomitee Stopp Tierversuche Bern an: Tier im Fokus, Liga gegen Vivisektion, Vereinigung für die Abschaffung der Tierversuche sowie Aktions­gemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner. Bislang nicht Teil des Referendumskomitees ist die Tierpartei. Laut Benjamin Frei blieb eine Anfrage bisher unbeantwortet. Wenig überraschend hätten auch alle übrigen Parteien sowie Jungparteien abgesagt. Ebenfalls nicht mit im Boot des Referendumskomitees sitzen die Berner Tierschutzorganisationen. Diese wurden von Uni und Kanton bereits in den Planungsprozess einbezogen und gaben ihre Zustimmung zum Projekt. (Der Bund)

(Erstellt: 08.02.2015, 13:17 Uhr)

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