Bern
SP und SVP teilen sich umstrittenes Tram-Dossier
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- «Konstruktives Gespräch» am Runden Tisch
- Das Tram kommt in Köniz in bürgerliche Hand
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Das Projekt Tram Region Bern sorgte in Köniz immer wieder für Ärger. Nun soll mit einer neuen Leitung für Ruhe gesorgt werden. Neu dabei ist SVP-Gemeinderat Ueli Studer. Er teilt sich die Leitung mit Katrin Sedlmayer (SP), die schon bisher das Dossier betreute.
Doch nach Fehlern in der Kommunikation war die Könizer Gemeinderätin für Planung und Verkehr bereit gewesen, das Dossier Tram Region Bern einem bürgerlichen Gemeinderatsmitglied abzugeben.
Breitere Abstützung
Die neue Leitung im Projekt ist ab sofort aktiv. Damit werde die politische Verantwortung für das Projekt breiter abgestützt, teilte der Gemeinderat am Freitag mit. Ausserdem sei Gemeindepräsident Luc Mentha (SP) bereit, sich zu Gunsten Studers aus der Behördendelegation zurückzuziehen. Mentha hatte sich wie Sedlmayer für die Fehler in der Kommunikation entschuldigt.
Das Tram Region Bern ist ein 550-Millionen-Projekt, das die Gemeinden Bern, Ostermundigen und Köniz planen. Bis vor kurzem galt landläufig die Auffassung, dass sich der Bund ebenfalls an der Finanzierung beteiligt, sofern mit dem Bau 2014 begonnen wird.
Ende Mai machten aber die Könizer Freisinnigen publik, dass der Bund offenbar auch dann zahle, wenn der Spatenstich später erfolge. Diese mangelnde oder je nach Sichtweise absichtlich zurückbehaltene Information erzürnte die Könizer Bürgerlichen so sehr, dass die Mitglieder aus FDP, SVP und BDP geschlossen aus der örtlichen Tramkommission austraten.
Fragen analysieren
Die gemeinderätliche Delegation aus Studer und Sedlmayer werde nun auch die Abklärungen durchführen, die sich um den kürzlich durchgeführten Runden Tisch ergeben hätten, teilte der Gemeinderat am Freitag weiter mit. Dabei soll insbesondere die Frage nochmals analysiert werden, ob das Tram in einer ersten Etappe nur bis Köniz fahren soll. Für die BDP Köniz sind allerdings diverse Parameter des Projekts Tram Region Bern äusserst fragwürdig, wie die Partei am Freitag mitteilte. Sie will deshalb unter anderem die Planungsgrundlagen, die Tramalternativen in Köniz und die Kapazitätsberechnungen zur Diskussion stellen.
Es sei augenfällig, dass die Zahlen der Planungsgrundlage zum Tramprojekt insbesondere in Köniz bei weitem nicht mit den Plandaten der Ortsplanungsrevision korrelierten. Bereits im Gutachten der ETH Zürich sei festgehalten worden, dass insbesondere für den Ast Bern-Schliern keine Varianten zum Tram ernsthaft geprüft worden seien. Der Könizer Gemeinderat habe dagegen kommuniziert, dass eine Vielzahl von Varianten fundiert geprüft worden seien, schreibt die Partei.
(mer/sda)
Erstellt: 06.07.2012, 13:05 Uhr
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