Bern

Regula Mader schweigt zum «Fall Strik»

Von Walter Däpp. Aktualisiert am 30.03.2012 15 Kommentare

UPD-Direktorin Regula Mader will sich nicht äussern zur Freistellung des ärztlichen Direktors Werner K. Strik. An einer Medienorientierung ist der Fall ausgeklammert worden.

«Auch in den UPD gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Es ist ein Dauerprozess, Qualität zu entwickeln.»

«Auch in den UPD gibt es Verbesserungsmöglichkeiten. Es ist ein Dauerprozess, Qualität zu entwickeln.»

Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) versprachen, im Rahmen ihres gestrigen Mediengesprächs «Stellung zu nehmen zu aktuellen Themen der bernischen Psychiatrie». Das derzeit brennendste Thema, die vorläufige Freistellung des ärztlichen UPD-Direktors Werner K. Strik, wurde dann allerdings ausgeklammert. Zu diesem «laufenden Verfahren» gebe sie weiterhin keine Auskünfte, sagte UPD-Direktorin Regula Mader.

Über Striks Zukunft hat nun die Leitung der Universität Bern zu befinden.

Unterstützung aus dem Ausland

Der kaltgestellte Strik erhält derweil Sukkurs sogar aus Deutschland. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde setzt sich in einem Brief ihres Präsidenten Prof. P. Falkai an die Berner Universitätsleitung für den Kollegen in der Schweiz ein. Er kenne Strik «seit vielen Jahren als integre Persönlichkeit, erfolgreichen Wissenschaftler und guten Arzt», schreibt er – und übt grundsätzliche Kritik: «Die Auseinandersetzungen zwischen den psychiatrischen Lehrstühlen und der Politik in der akademischen Psychiatrie der Schweiz beobachten wir seit Jahren mit Sorge.

So scheint die Politik das Primat der Wissenschaft und die akademische Freiheit in unserem Fach nicht mehr anzuerkennen. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich dafür einsetzen würden, dass die Regeln akademischen Miteinanders auch in unserem Fach respektiert werden.»

Auch der Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie, Prof. Martin Hatzinger, rühmt in einem Schreiben an Uni-Rektor Martin Täuber Strik als «fachlich kompetenten und engagierten Kollegen». Er würde es bedauern, wenn Strik «als Wissenschaftler und Nachwuchsförderer nicht mehr die akademische Berner Psychiatrie vertreten würde».

Auch etliche Pflegefachpersonen der UPD bedauern gegenüber der Universitätsleitung Striks Freistellung «und die dadurch entstandene Unruhe». Und rund drei Dutzend Mitarbeitende Striks zeigen sich in einem – auch an den «Bund» weitergeleiteten – Brief «geschockt und traurig».

«Verpflichtung für Exzellenz»

Regula Mader ihrerseits berichtete an der gestrigen Medienorientierung stattdessen über Erfreulicheres. Zum Beispiel darüber, dass die UPD soeben die Auszeichnung «Verpflichtung für Exzellenz» der «European Foundation for Quality Management» erhalten haben. Den UPD werde darin bescheinigt, sich ausgesprochen stark für Qualitätsverbesserungen engagiert zu haben – auch in Bezug auf «Führungskulturentwicklung».

Auch in den UPD gebe es aber Verbesserungsmöglichkeiten. In jeder Institution sei es «ein Dauerprozess, Qualität zu entwickeln». Noch in diesem Jahr würden die UPD die zweite Stufe des Qualitätslabels anstreben – die «Anerkennung für Exzellenz».

Annäherung an Münsingen

Regula Mader befürwortet im Übrigen die Stossrichtung des Grossen Rats, die Psychiatrie im Kanton Bern zu verselbstständigen («Bund» von gestern). Auch zu einer Annäherung an das Psychiatriezentrum Münsingen (PZM) äusserte sie sich positiv. Es gebe viele Synergiemöglichkeiten. Für eine Zusammenführung von UPD und PZM brauche es aber einen Auftrag und eine Begleitung des «gemeinsamen Prozesses», um Unsicherheiten und Ängste zu vermeiden.

In ihrem Ausblick aufs UPD-Jahr 2012 erwähnte sie unter anderem den bevorstehenden Generationenwechsel in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (Pensionierung von Prof. Wilhelm Felder), die Konsolidierung der neu geschaffenen Forensisch-psychiatrischen Station und des Bereichs Alterspsychiatrie. (Der Bund)

Erstellt: 30.03.2012, 06:50 Uhr

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15 Kommentare

Michaela Berger

30.03.2012, 22:31 Uhr
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Mader tut SP-Kollegen gerne kleine Gefälligkeiten. Wer erinnert sich noch an Büschi? Perrenoud hasst Strik seit Jahren. Auf Wiederwahl kann er nicht hoffen. Was wäre da schöner, als sich als CEO eines Strik-freien UPD-PZM-Konglomerats niederzulassen? Und Mader den eigenen Posten zuzuschanzen? Antworten


René Müller

30.03.2012, 08:30 Uhr
Melden 19 Empfehlung 0

Wenn zwei Platzhirsche aufeinandertreffen, geht es nie gut. Bei Frau Mader ist bekannt, dass wo sie Auftritt es "Störfälle!" geben kann. Komisch ist, dass der grösste Teil des Personals hinter K.Strik steht. Kann er dann sooo schlecht sein? Oder verliert der Kanton Bern einmal mehr einen international bestens ausgewiesenen Arzt? Nur damit die politische, oder amtliche "Ablaufstruktur" stimmt? Antworten



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