Prämien steigen in Bern um 3,5 Prozent an

Obwohl die Prämien weniger stark steigen als im gesamtschweizerischen Durchschnitt, sei diese Entwicklung für die Gesundheits- und Fürsorgedirektion unbefriedigend.

Die Krankenkassenprämien steigen im Kanton Bern um 3,5 Prozent. (Symbolbild)

Die Krankenkassenprämien steigen im Kanton Bern um 3,5 Prozent. (Symbolbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Im Kanton Bern steigen die Krankenkassenprämien 2017 für Erwachsene ab 26 Jahren um durchschnittlich 3,5 Prozent. Das ist zwar tiefer als der nationale Durchschnitt (4,5 Prozent), bleibt aber aus Sicht der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) eine «unbefriedigende Entwicklung».

Obwohl der Prämienanstieg im Vergleich mit den anderen Kantonen unterdurchschnittlich ausfällt, bezahlen Bernerinnen und Berner nächstes Jahr monatlich im Mittel rund 19 Franken mehr als der schweizerische Durchschnitt. Vergleicht man jedoch die Kantone mit Unispitälern, weist nur Zürich tiefere Prämien aus der Kanton Bern.

Ebenfalls unter dem Durchschnitt liegt Bern beim Prämienanstieg für junge Erwachsene (19-25 Jahre). Deren Prämien wachsen um 4,6 Prozent (national 5,4 Prozent). Bei den Kindern beträgt der Anstieg 4,9 Prozent - landesweit liegt dieser bei 6,6 Prozent. Trotzdem ist man bei der GEF nicht zufrieden mit dem «erneut relativ starken» Anstieg.

BAG soll durchgreifen

Gesundheits- und Fürsorgedirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) erwartet vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass es bei der Genehmigung von Prämien «konsequent» von der neuen gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch macht, Erhöhungen zu verweigern, falls diese unangemessen hoch über den Kosten liegen oder zu übermässigen Reserven führen.

«Es kann nicht allein dem Ermessen der Krankenversicherer überlassen werden, zu hohe Prämieneinnahmen an die Versicherten zurückzuerstatten», heisst es in der GEF-Mitteilung. Die Krankenversicherer verfügten anfangs 2016 über Reserven, die schweizweit mehr als 1,6 Milliarden Franken über der vorgegeben Mindesthöhe von 4,9 Milliarden Franken lägen.

Bereits 2014 bis 2016 seien die Prämien weit mehr gestiegen, als es den Kostenprognosen entsprochen hätten, schreibt die GEF. Für das laufende Jahr rechneten die Versicherer mit einer Kostenunterdeckung von 1,5 Prozentpunkten. Dies würde zwar zu einem kleinen Abbau der Reserven führen, diese kämen aber immer noch deutlich über der Mindesthöhe zu liegen.

Höher als letztes Jahr

Für 2016 stiegen die Prämien für Erwachsene um durchschnittlich 2,8 Prozent - der nationale Durchschnitt lag bei 4 Prozent. Stark angestiegen waren die Krankenkassenprämien im Kanton Bern vor allem in den Jahren 2010 und 2011. Damals wurde dies mit ungenügender Reservenbildung begründet.

2012 sanken die Prämien dann wieder leicht und stiegen 2013 etwas weniger, als aufgrund der Kostenprognose zu erwarten gewesen wäre. 2014 und 2015 stiegen die Prämien hingegen wieder stärker, als es die Prognosen gerechtfertigt hätten, hielt die GEF bereits letztes Jahr fest.

Die Prämienregion Bern im Überblick. (Quelle: Bundesamt für Gesundheit) (msl/pd)

Erstellt: 26.09.2016, 11:30 Uhr

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