Bern
Noch kein Gesuch für Nachrüstung Mühleberg-Damm
Von Simon Thönen. Aktualisiert am 25.04.2012
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Am 14. März gab die BKW bekannt, dass sie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum AKW Mühleberg anfechten will. Dies hat sie laut Auskunft von Sprecher Sebastian Vogler inzwischen getan. An der gleichen Pressekonferenz kündete die BKW aber auch an, wie sie Sicherheitsmängel im AKW beheben will. Als vordringlichste Massnahme nannte BKW-Chef Kurt Rohrbach eine Verstärkung des Wohlensee-Damms mit 20 Meter langen Pfählen. Sie sollen den Damm des älteren Wasserkraftwerks, das oberhalb des Atomkraftwerks steht, für den Fall eines schweren Erdbebens zusätzlich stabilisieren. Denn: Dass der Damm nötigenfalls standhält, ist ein entscheidender Faktor für die Sicherheit des nahen AKW Mühleberg bei Erdbeben.
«Die entsprechenden Gesuche werden in den nächsten Tagen eingegeben», kündete Rohrbach damals an. Die BKW rechne mit einem Baubeginn Anfang Juni, sagte er weiter. Bis Ende Jahr sollten die Arbeiten abgeschlossen sein.
Baudirektion: Baugesuch nötig
Die BKW habe in der Folge Unterlagen zu den geplanten Verstärkungen des Wasserkraftwerk-Damms beim kantonalen Amt für Wasser und Abfall (AWA) eingereicht, erklärt auf Anfrage der Generalsekretär der kantonalen Baudirektion, Christian Albrecht. Dabei sei sie davon ausgegangen, dass für die geplante Verstärkung kein Baubewilligungsverfahren nötig sei. «Unsere Fachleute sehen dies anders», sagt Albrecht, «ein Baubewilligungsverfahren ist erforderlich». Das AWA habe dies der BKW mitgeteilt. Bisher habe die BKW noch kein Baubewilligungsgesuch beim AWA eingereicht.
«Wir haben noch kein Gesuch eingereicht», bestätigt BKW-Sprecher Vogler, «wir stehen aber wegen der Baubewilligung mit den Behörden in Kontakt.» Die BKW gehe davon aus, dass sie den Fahrplan der Arbeiten einhalten könne. Man halte auch an der angekündigten Lösung fest, den Damm mit 20 Meter langen Pfählen zu verstärken.
Mit der Verstärkung des Wohlensee-Damms will die BKW «die Sicherheitsmarge zusätzlich erhöhen», wie Rohrbach am 14. März sagte. Dies, obwohl die BKW nach eigener Einschätzung die Erdbebenfestigkeit des Damms zuvor bereits nachgewiesen hatte. Ob der Damm und auch das AKW erdbebenfest sind, wird gegenwärtig von der Atomaufsicht Ensi überprüft. Das Ensi will das Ergebnis diesen Sommer bekannt geben. (Der Bund)
Erstellt: 25.04.2012, 06:53 Uhr
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