Kommentar: Ein läppischer Zustupf

Der Grosse Rat gewährt sich eine Lohnerhöhung. Der Betrag an sich ist unbedeutend – das Zeichen aber falsch.

Falsches Zeichen: Blick in den grossen Rat.

Falsches Zeichen: Blick in den grossen Rat. Bild: Adrian Moser

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Sicher, sachlich ist diese grossrätliche Lohnerhöhung vertretbar. Das bernische Parlament hat sich für die nächste Legislatur ein moderneres Betriebskonzept verpasst. Es will effizienter und professioneller werden. Die Ausübung eines solchen politischen Amtes soll entsprechend auch belohnt werden. Und was sind, auf die Stunde gerechnet, schon zehn Franken mehr?

Aber eben: Politik besteht nicht nur aus Frankenzählen, sondern oft und gern auch aus viel Symbolik. Und das Zeichen, das der Grosse Rat nun sendet, ist: Alle müssen sparen, besser 600 als nur 450 Millionen, wie es eine bürgerliche Mehrheit per Vorstoss verlangt; an die Kasse kommen Lehrer, Staatspersonal, Spitäler, Schulen, Sozialinstitutionen. Wir aber nicht.

Das ist stillos, einige mögen sagen zynisch. Für die Pensionskassen- und Personallohndebatte in der nächsten Woche und die grosse Spardiskussion im Herbst mag dies zwar alles keine Rolle spielen. Auf diesen läppischen Zustupf hätten die Politiker aber ebenso gut noch etwas warten können. (Der Bund)

Erstellt: 05.06.2013, 10:36 Uhr

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