Kanton Bern plant Schulversuch mit weniger Lehrern pro Klasse

Die bernische Erziehungsdirektion plant einen Schulversuch mit dem Ziel, die Zahl der Lehrpersonen pro Klasse besser regulieren zu können.

Schüler sollen künftig mit weniger Lehrpersonal zu tun haben.

Schüler sollen künftig mit weniger Lehrpersonal zu tun haben. Bild: Adrian Moser (Archiv)

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An der bernischen Volksschule unterrichten im Zeichen der Integration immer mehr Lehrpersonen und Fachkräfte pro Klasse. Das führt zu grossem Koordinationsaufwand bei den Lehrern und zu ständig wechselnden Bezugspersonen für die Schüler.

Die bernische Erziehungsdirektion plant nun einen Schulversuch, mit dem Schulen mehr Freiräume beim Einsatz der Lehr- und Fachkräfte erhalten sollen. Insbesondere sollen die Schulen, die am Versuch teilnehmen, die für Integration vorgesehenen Ressourcen für den Regelunterricht einsetzen können.

Das soll dazu führen, dass die Schüler mit weniger Lehrpersonen zu tun haben, wie der am Dienstag veröffentlichten Antwort der bernischen Kantonsregierung auf einen Vorstoss im Grossen Rat zu entnehmen ist. Der bernische Schulversuch lehnt sich an den kürzlich im Kanton Zürich lancierten Versuch «Fokus: Starke Lernbeziehungen» an.

Die Erziehungsdirektion geht davon aus, dass der Schulversuch im Rahmen des ordentlichen Budgets finanziert werden kann. Die Schulen, welche daran teilnehmen wollen, werden trotz der Freiräume die Qualität bei der Sicherstellung des Grundauftrags beachten müssen.

Herausforderung für Schüler und Schulleiter

Eingereicht hat den Vorstoss der Langenthaler EVP-Grossrat Daniel Steiner-Brütsch. Die Berner Regierung beantragt dem Kantonsparlament, seine Motion anzunehmen.

Steiner-Brütsch erwähnt in seinem im März eingereichten Vorstoss den Zürcher Schulversuch. Er schreibt, nicht nur die Spezialisierung der Lehrpersonen, auch die steigende Anzahl von Teilzeitangestellten habe zu einer Zunahme der an einer Klasse tätigen Personen geführt. Die Zusammenarbeit erfordere heute einen hohen Absprache- und Koordinationsaufwand.

Das führe nicht nur für Schulleitungen zu einem «erheblichen Arbeitsaufwand», auch für die Schüler sei es eine «zusätzliche Herausforderung», sich auf verschiedene Bezugspersonen einzustellen.

Steiner-Brütsch schwebt vor, dass im Versuch die Lehrpersonen in einer Klasse möglichst alle Fächer unterrichten und dabei auch die Ziele der besonderen Massnahmen verfolgen.

Zürich: Start soeben erfolgt

Der Schulversuch «Fokus: Starke Lernbeziehungen» ist im Kanton Zürich in diesen Wochen, nämlich zu Beginn des Schuljahrs 2013/14, gestartet worden. Das geht aus der Internetseite der zürcherischen Bildungsdirektion hervor. Anfang Januar beschloss die Kantonsregierung die Durchführung des Versuchs.

Dieser wird in drei Etappen durchgeführt. Vorgesehen ist, dass in der Regel zwei Lehrpersonen möglichst alle Fächer unterrichten und zumindest teilweise auch die Ziele aus den Unterstützungs- und Fördermassnahmen für Schüler mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen übernehmen.

Zürich will herausfinden, ob sich durch eine Reduktion der Anzahl Lehrpersonen der Aufwand von Koordination und Absprachen verringern und die Lernbeziehung zwischen Lehrperson und Schülern verstärken lässt.

Anfang Juli gab die zürcherische Bildungsdirektion bekannt, eine Befragung von Lehrpersonen habe ergeben, dass eine Mehrheit die Integration grundsätzlich positiv beurteilt. Die Lehrkräfte bemängelten das Umsetzungstempo und die zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Die Autoren der Studie empfahlen gestützt auf diese Aussagen unter anderem die Bildung von Kernteams mit miteinander kooperierenden Lehrpersonen. (hjo/sda)

Erstellt: 27.08.2013, 16:23 Uhr

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