Bern
Inder-Spätzli für Schwindelfreie
Die Rechnung, bitte
Karte: Kleine Abendkarte mit teils weniger bekannten indischen Menüs sowie Klassikern wie Curry und Samosa.
Mittags: Buffet Preise: Günstig. Ein Samosa für 3 Fr., Vegi-Menü ab 15 Fr., Biryani für 19 Fr.
Kundschaft: Singhalesen und Tamilen, Angestellte der nahen Gewerbebetriebe und der Swisscom.
Öffnungszeiten: Montags bis donnerstags von 11 Uhr bis 14.30 Uhr sowie ab 18 Uhr bis 23.30 Uhr; freitags nur bis 14.30 Uhr; sonntags erst ab 18 Uhr. Samstags geschlossen.
Adresse: Sportweg 34, 3097 Liebefeld, Telefon: 031 971'41'41.
Teilen und kommentieren
Stichworte
Das Restaurant Bollyfood ist nichts für Leute mit Höhenangst: Unerwarteterweise liegt das indische Lokal nicht ebenerdig, sondern im zweiten Stockwerk eines silbrigen Liebefelder Gewerbebaus. Von aussen ist es nur über eine vergitterte Treppe erreichbar. Beim Aufstieg hat man das unangenehme Gefühl, die filigran wirkenden Gitterböden würden gleich unter den Füssen wegbrechen – natürlich bleibt es nur beim Unbehagen.
Oben angekommen, geht es mit den Überraschungen weiter: Das Bollyfood – der Name ist eine Synthese der Worte Bollywood (so wird die indische Filmindustrie genannt) und Food (Englisch für Essen) – macht nur einen winzigen Teil des Stockwerks aus. Der Rest wird unter anderem von einer Bar, einem indischen Friseursalon und einem (ebenfalls indischen) Lebensmittelladen okkupiert. Das Restaurant selbst umfasst rund 20 Sitzplätze. In einer Ecke lärmt ein Fernseher: Mit dramatischer Musik unterlegt, erzählt eine «Reality»-Dokumentation vom harten Los der Krabbenfischer von Alaska.
«Ein bisschen wie Spätzli»
Klein ist auch die Abendkarte des Bollyfood. Neben Klassikern wie Samosas (frittierte Teigtaschen, 3 Fr.) und Pouletcurry (16 Fr.) bietet sie trotzdem auch weniger bekannte indische Spezialitäten, zum Beispiel das Kottu Rotti (16 Fr.), ein Fladenbrot mit gebratenem Ei und Lamm. Das Rennen machen letztlich aber das Biryani (19 Fr.), ein Reisgericht mit Hühnchen und gekochtem Ei, sowie der Puttu-Mix (16 Fr.). Beim Puttu handelt es sich um gedämpfte Teigstückchen aus Reismehl und Kokosraspeln, garniert mit Gemüse und Hühnchen. «Ist ein bisschen wie Spätzli», meint der junge Wirt dazu.
Bis auf drei Tamilen, die an den Stehtischen ihr Feierabendbier zu sich nehmen, ist das Bollyfood komplett verwaist an diesem Abend. Das sei normal, so der Wirt, am Mittag habe man deutlich mehr Gäste. Die meisten kämen vom «Business-Park Liebefeld», dem benachbarten Swisscom-Bürokomplex, herüber. Trotz der Leere im Restaurant dauert es fast eine Viertelstunde, bis aufgetischt wird – ein gutes Zeichen: Statt einfach die Reste vom Mittag aufzuwärmen, wird das Menü extra frisch für die beiden Testesser zubereitet.
Üppige Portionen
Schon alleine in quantitativer Hinsicht hat sich das Warten gelohnt: Biryani und Puttu kommen in Form riesiger Reis- und Teigkegel daher. Bei Ersterem hat der Reis dank der Biryani-Gewürzmischung eine rötliche Färbung angenommen. Bei Letzterem erinnern die Reis-Kokos-Stückchen von der Konsistenz her eher an Streusel als an Spätzli. Der Qualität des Dargebotenen tut dies indes keinen Abbruch: Beide Gerichte schmecken sehr gut. Insbesondere das an kantonesischen Reis erinnernde Puttu vermag zu überzeugen. Dem Biryani hätte noch eine Portion Joghurt als Beilage gutgetan. Dafür kredenzt der Wirt von sich aus zwei Papadams, dünne Fladen aus Linsenmehl.
Während man noch mit den üppigen Portionen kämpft, neigt sich im Fernsehen die Krabbensaison langsam dem Ende zu. Schliesslich bricht das Fischerboot mit prall gefülltem Bauch nach Hause auf – die Testesser machen es ihm nach. (Der Bund)
Erstellt: 16.09.2012, 07:44 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
Bern
- 18:04Gebrselassie gewinnt GP von Bern in Rekordzeit
- 14:50Keine Volksabstimmung über Brückennetze
- 11:57Drei Tote bei schwerem Verkehrsunfall im Berner Jura
- 11:40Bärenpark-Pins: Stadt heisst Verkauf doch noch gut
- 08:38Die umstrittene Rolle der «Stiftung für Wiedervereinigung» im Kanton Jura
- 08:02Jura: Kein Kantonsgeld für Polit-PR
BLS Schifffahrt Berner Oberland
Auf Deck scheint die Sonne am längsten.
Was gibt es Schöneres als die wohlverdienten Feierabendstunden auf dem Thunersee zu verbringen?

Bitte warten



























