Bern

Im Emmental ist der Wolf los

Aktualisiert am 16.04.2012

Erstmals ist ein Wolf im Emmental. Dieser hat Ende März eine Rothirschkuh gerissen, wie eine DNA-Analyse ergab. Möglicherweise handelt es sich dabei um den «Luzerner Wolf».

Ende März hat der Wolf bei Schangnau diese Rothirschkuh gerissen.

Ende März hat der Wolf bei Schangnau diese Rothirschkuh gerissen.
Bild: zvg

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Möglicherweise handelt es sich beim Wolf im Emmental um den «Luzerner Wolf». (Bild: Colourbox)

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Im Emmental ist erstmals ein Wolf unterwegs. Er hat bei Schangnau eine Rothirschkuh gerissen, wie eine DNA-Analyse ergab. Die Schafhirte und die Behörden der Umgebung wurden über den Fall informiert, ansonsten sind keine Sofortmassnahmen vorgesehen.

Der bernische Jagdinspektor Peter Juesy bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der «Berner Zeitung». Nach seinen Angaben wurde die gerissene Hirschkuh am 27. März im Gebiet Schangnau-Schwand-Chemmeriboden entdeckt.

Noch ist nicht sicher, welcher Wolf das Emmental besucht hat. Juesy vermutet, dass es sich um den «Luzerner Wolf» M20 handelt. Dieser ist 2008 aus Norditalien zugewandert und hält sich seit rund drei Jahren vorab in den Kantonen Luzern und Obwalden auf.

Juesy sieht vorläufig keine Notwendigkeit, dem Tier zu Leibe zu rücken. Die Stossrichtung des Bundes sei schliesslich klar: «Erst wenn sich der Wolf flächendeckend ausgebreitet hat, wenn sich Rudel bilden und wenn die Wölfe Junge grossziehen, erst dann sollen bei grossen Schäden an Nutztieren Wölfe abgeschossen werden.»

Keine Sofortmassnahmen

Dementsprechend seien im Emmentaler Fall keine Sofortmassnahmen nötig. Ob allenfalls Schutzzäune gezogen werden müssten oder ein Präventionsperimeter ausgeschieden werde, werde die kantonale Kerngruppe Wolf entscheiden. Sie trifft sich am 4. Mai zur Besprechung.

Der Jagdinspektor wies weiter darauf hin, dass im Emmental das Konfliktpotenzial mit Schafen geringer sei als etwa im Berner Oberland. So gebe es im Emmental ja keine grossen Sömmerungsalpen. Im Oberland werden die Schafherden häufig mit Herdenschutzhunden geschützt.

Der Wolf ist 1995 in die Schweiz zurückgekehrt. In den Kantonen Graubünden, Wallis und Tessin leben heute mehrere Exemplare. Ein weiterer Wolf - F05 - ist mehrmals im Freiburgischen und im westlichen Berner Oberland nachgewiesen worden. (bs/sda)

Erstellt: 16.04.2012, 10:52 Uhr

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