Grosser Rat macht Druck bei der Förderung der Bienenzucht

Den Schweizer Bienen soll es besser gehen.

Der Grosse Rat setzt sich für die Bienenzucht ein.

Der Grosse Rat setzt sich für die Bienenzucht ein. Bild: Manu Friederich

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Der Grosse Rat hat am Mittwoch der Kantonsregierung den Auftrag gegeben, das Gesetz so anzupassen, dass geschützte Belegstellen für Bienenköniginnen bezeichnet werden können. Solche Stationen braucht es laut dem Kirchlindacher SVP-Grossrat Lars Guggisberg zur erfolgreichen Zucht krankheitsresistenter Bienenvölker. Die Stationen werden auf über 1000 Meter über Meer eingerichtet, abseits der konventionellen Bienenhaltung.

Nur mit der Bienenkönigin genetisch verwandte Bienenvölker mit den erwünschten Merkmalen sollen dort herumfliegen. Es braucht Schutzzonen von mehreren Kilometern Durchmesser. Einige wenige Kantone hätten solche Belegstationen mit Schutzzonen darum herum bereits eingerichtet, sagt Guggisberg.

Motion, nicht Postulat

Bei der bernischen Kantonsregierung stiess Guggisbergs Vorstoss auf offene Ohren: Es gebe bereits zehn solche Belegstationen im Kanton Bern. Es liege auch ein Konzept zur Bienenförderung im Kanton vor, hatte die Regierung den Grossen Rat in ihrer Antwort auf den Vorstoss wissen lassen. Guggisbergs Vorstoss komme einfach ein bisschen zu früh, machte der kantonale Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher im Berner Rathaus deutlich: Die Kriterien für die Errichtung von Schutzzonen rund um die Belegstationen seien noch nicht definiert. Diese müssten von den Bienenzuchtorganisationen noch erarbeitet werden. Rickenbacher warb deshalb um Überweisung des Vorstosses als Postulat.

Der bernische Grosse Rat wollte aber nichts von einem solchen Prüfungsauftrag wissen. Es gelte, angesichts der Bedeutung der Biene für den Menschen und angesichts zahlreicher Bienenkrankheiten Druck aufzusetzen. Mit 131 zu 1 Stimme bei 4 Enthaltungen überwies der Rat Guggisbergs Vorstoss als Motion und damit als verbindlichen Auftrag.

Damit muss nun der bernische Regierungsrat eine Änderung des kantonalen Landwirtschaftsgesetzes in die Wege leiten. Eine zwangsweise Durchsetzung des Schutzes der Belegstellen verlange nach einer Gesetzesrevision, schreibt die Kantonsregierung. Immer wieder stellten einzelne Personen Bienenstände im Einzugsgebiet der zehn bestehenden Belegstellen auf und stellten so den Erfolg der Zuchtarbeit in Frage, schreibt die Kantonsregierung in ihren Unterlagen.

Konzept für Vorgehen bei Bienenvergiftungen kommt

Der Grosse Rat beschäftigte sich am Mittwoch auch mit dem Bienensterben vom vergangenen Jahr bei Zäziwil. Der Trubschacher Grossrat Michel Seiler (Grüne) hatte dazu einen Vorstoss eingereicht. Der Vorfall habe gezeigt, dass es ein Konzept zum effizienten und raschen Vorgehen bei solchen Bienenvergiftungen brauche. Dieser Punkt war im Rat unbestritten. Die Kantonsregierung wird ein solches Konzept ausarbeiten.

Zu reden gab im Rat lediglich, ob der Kanton Bern Imkern als Anerkennung für ihren Einsatz zugunsten der Bienen und damit der Menschheit einen Beitrag zahlen solle. Seiler schwebt 20 Franken pro Bienenvolk vor, was ihm zufolge einer jährlichen Ausgabe von 600'000 Franken entsprechen würde. Das ging aber einer Mehrheit des Grossen Rats zu weit. «Imker sein, ist nicht von Haus aus ein Gütesiegel», sagte etwa Andrea Zryd (Magglingen) im Namen der SP-Fraktion. Da nützte auch ein theatralisch hochstehender Auftritt von FDP-Grossrat Pierre-Yves Grivel nichts mehr, der summend als Biene Maja ans Rednerpult trat und um Unterstützung für Seilers Vorstoss warb.

Mit 72 zu 63 Stimmen bei 7 Enthaltungen lehnte der Rat diesen Teil von Michel Seilers Vorstoss ab. (mer/sda)

Erstellt: 10.06.2015, 13:02 Uhr

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