Bern

Go West, Young Cat!

Von Simon Wälti. Aktualisiert am 22.05.2012 1 Kommentar

Seit Anfang Mai treibt offenbar eine grosse Katze in der Schweiz ihr Unwesen. Nun wurde das westwärts wandernde Raubtier in Schönbühl und Moosseedorf gesichtet.

Warnschild an einer «Pantherfalle».

Warnschild an einer «Pantherfalle».
Bild: Chantal Hebeisen

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Auf der Suche nach dem Raubtier

Auf der Suche nach dem Raubtier
Offenbar schleicht ein Raubtier durch die Wälder der Region Kestenholz-Bätterkinden. Die Kantonspolizei und das Jadginspektorat suchen nach dem Tier.

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Der Schwarze Panther klopft an die Pforten Berns. Christina Wälti aus Urtenen-Schönbühl ist sich sicher. «300-prozentig», sagt die 70-jährige Rentnerin, die sich gestern auf dem Weg in die Ferien nach Kroatien befand. Dem «Blick» sagte sie, sie habe die Raubkatze am Freitagabend in ihrem Garten erblickt. «Ich hatte den Schock meines Lebens.» Sie stand auf ihrem Balkon, als sie in der Dämmerung zwischen 21.35 und 21.40 Uhr eine grosse schwarze Katze mit einem langen Schwanz in geduckter Haltung auf einem massiven Stein am Ende ihres Swimmingpools erblickte – in einer Entfernung von zehn bis fünfzehn Metern. In der Nachbarschaft gebe es auch schwarze Hauskatzen, sagt Christina Wälti. «Aber das war ein Riesenvieh, eine normale Katze war das auf keinen Fall.» Das Tier sei eher dünn und mager gewesen.

So schnell sie konnte, rannte sie die Treppe hinunter, um die Türe in den Garten zu schliessen. «Ich habe richtig gezittert», sagt die Frau, die danach ihre Nachbarn warnte und die Polizei avisierte. Bald waren eine Patrouille und der Wildhüter vor Ort. «Es handelt sich um die glaubwürdigste Zeugin, mit der ich bisher gesprochen habe», erklärt Peter Juesy, Jagdinspektor des Kantons Bern, der noch am Freitagabend mit der Frau telefonierte. «Ich hatte einen guten Eindruck.» Bisher habe noch niemand das Tier von so nahe gesehen. Leider habe man wegen des starken Regens keine Spuren gefunden. «Am Samstagmorgen hat der Wildhüter das Grundstück noch einmal abgesucht, ohne Erfolg», erklärt Juesy.

Drang Richtung Westen

Die ersten Meldungen über den Schwarzen Panther stammten aus dem Kanton Solothurn, dann gab es Sichtungen im Oberaargau und auch an der Emme bei Bätterkinden, nun streicht er offenbar beim Moossee herum. Der Panther scheint einen Drang in Richtung Westen zu verspüren. Christina Wälti aus Urtenen-Schönbühl ist nicht die einzige Zeugin aus der Region. Eine Woche früher, am 11. Mai, wurde der Panther beim Schulhaus Staffel in Moosseedorf beobachtet. «Es war 18.35 Uhr», sagt Fabrice Kronenberg. Den Zeitpunkt weiss er so genau, weil er sich leicht für das Fussballtraining, das jeweils um 18.30 Uhr beginnt, verspätet hatte und gerade auf das Feld lief. «Ich wollte sagen, ‹Giele, habt ihr das gesehen›, als schon jemand ‹der Panther› rief.» Zu viert hätten sie sich zum Drahtgitter begeben und das Tier beobachtet. «Es war keine hundert Meter entfernt und schlich am Rande eines Strässchens entlang», sagt Kronenberg. Dann sei das Tier in ein Grasfeld abgebogen und in Richtung Wald verschwunden. Die Fussballkollegen sind sich sicher, dass es kein Hund war. «Der Schwanz war lang und rund und hing hinten herab», erklärt der 28-jährige Mann. Das Tier schien ihm ungefähr «kniehoch» zu sein.

Nach diesen Aussagen hätte sich der Panther also bereits eine Woche im Gebiet herumgetrieben. Christina Wälti vermutet, dass sich die Raubkatze schon länger im Garten ihres Hauses versteckt haben könnte. Ihr Dackel habe sich zwei Tage vorher am Abend nicht mehr richtig in den Garten getraut. Vielleicht habe ihr Hund das Tier gerochen und sei darum verängstigt gewesen. Sie erwähnt auch eine Nachbarin, die am selben Abend Pouletreste für die Katzen in den Garten gelegt habe. «Sie hörte ein lautes Fauchen, das nicht von einer normalen Katze stammte.» Und in ihrem eigenen Gartenhaus bemerkte Christina Wälti einen strengen Geruch, den sie sich nicht erklären konnte.

Panther oder schwarze Katze?

Die vom «Bund» befragten Personen klingen glaubwürdig, Zweifler verweisen jedoch auf die Tatsache, dass handfeste Beweise bisher fehlen. Für Jagdinspektor Juesy ist es nicht einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen, denn häufig bekommt er es auch mit Falschmeldungen zu tun. Oder er erhält Fotos zugeschickt, die manipuliert oder fabriziert wurden. «Auf einer Foto war es eindeutig eine schwarze Katze, auf einem anderen Bild ein Hund», so Juesy. Zum Teil handelt es sich wohl um absichtliche Falschmeldungen. Ein möglicher Grund für den Erfindungsreichtum ist der «Blick», der eine hohe Belohnung für das erste Pantherbild ausgesetzt hat. In den Wäldern des Oberaargaus wurden schon Gruppen von Hobbyfotografen beobachtet, die sich deshalb gemeinsam auf die Pirsch begaben. (Der Bund)

Erstellt: 22.05.2012, 07:01 Uhr

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1 Kommentar

Christian Duerig

22.05.2012, 17:26 Uhr
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Wenigstens ist für diese Farce Frau Christina Wälti einmal im Bund erwähnt worden. Nun wird sie archiviert. Antworten



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