Entscheid zu Mühleberg-Damm: BKW erfreut, Kritiker enttäuscht

Nach dem grünen Licht des Kantons will die BKW den Staudamm möglichst rasch mit Stahlpfählen verstärken. Einsprecher Kühni kritisiert den Entscheid des Kantons.

Eine Reihe von Stahlpfählen am Fuss der Stauanlage soll den Wohlensee-Damm verstärken.

Eine Reihe von Stahlpfählen am Fuss der Stauanlage soll den Wohlensee-Damm verstärken. Bild: Adrian Moser

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«Ein erster wichtiger Schritt» ist der Entscheid des kantonalen Amts für Wasser und Abfall (AWA) für den Sprecher der BKW, Antonio Sommavilla. Das AWA hat die von der BKW geplante Nachrüstung des Wohlensee-Damms bewilligt. Die BKW will das Stauwehr oberhalb des AKW Mühleberg mit einer Reihe von 72 Stahlpfählen verstärken – und so erdbebenfester machen.

Die BKW warte nun die Beschwerdefrist ab, sagt Sommavilla auf Anfrage. «Unmittelbar nach dem Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung können wir mit dem Bau beginnen.» Die BKW rechne mit einer Bauzeit von sieben bis acht Monaten und Kosten von zwölf Millionen Franken. Die Verstärkung erfolge im Hinblick auf eine neue Konzession für das Wasserkraftwerk, die 2017 fällig wird. Sie sei aber, so Sommavilla, «auch eine Massnahme zur weiteren Erhöhung der Sicherheit des Damms wie auch des Kernkraftwerks». Sommavilla betont die Freiwilligkeit der Nachrüstung, weil die Anlage die gesetzlichen Anforderungen bereits heute erfülle.

Kritiker: «Verdikt unverständlich»

Genau dies stellte der AKW-Kritiker Markus Kühni infrage. Er berief sich auf zwei Gutachten, die der Wiener Geotechnikprofessors Wei Wu verfasst hatte. Es sei «unverständlich», dass das kantonale AWA seine Einsprache abgelehnt habe, ohne diese Gutachten zu berücksichtigen, sagt Kühni. «Einmal mehr hat man Mittel und Wege gefunden, die eigentlichen Sicherheitsfragen nicht zu prüfen.» Kühni weiss noch nicht, ob er und seine Mitstreiter Beschwerde gegen den Entscheid einlegen. «Wir werden nun die Chancen und Möglichkeiten eines Weiterzugs analysieren.»

«Unverständlich» ist für Kühni auch, dass er nicht volle Einsicht in die BKW-Akten erhalten hat. Eingeschwärzt waren etwa Berechnungen, in welchem Ausmass die Nachrüstung die Sicherheit verbessern soll. «Es handelt sich um Zahlen, die für die Baubewilligung nicht unmittelbar nötig sind», sagt dazu BKW-Sprecher Sommavilla. (Der Bund)

Erstellt: 02.05.2013, 07:56 Uhr

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