Bern

Ein Wegweiser durch die Natureisbahn-Landschaft

Von Renate Bühler. Aktualisiert am 11.02.2012 1 Kommentar

Vom Weiher im Liebefeld-Park über den Erlacher Hafen und den Lachenkanal bis zum Neuenburgersee laden dieses Wochenende Natureisbahnen zum Spielen, Spazieren und Pirouettendrehen ein. Überall gilt: Betreten und Befahren des Eises auf eigene Gefahr.

1/6 Der gefrorene Moossee verleitete schon am Freitagabend zu manchem Schabernack. Aber: Moosseedorf und Urtenen lehnen jede Haftung ab.
Bild: Manu Friederich

   

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Natureisbahn Egelsee

Natureisbahn Egelsee
Ab dem 8. Februar ist die Natureisbahn Egelsee wieder geöffnet.

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Ängstlichen Naturen ist vom Schlittschuhlaufen auf Natureisbahnen abzuraten: Der Untergrund ist nicht ganz eben und mit einer – je nach Unterhaltsaufwand – mehr oder weniger dicken Schneeschicht überzogen. Und von Zeit zu Zeit knirscht und knackt das Eis, als reisse es gleich auseinander.

Freunde des kühlen Vergnügens hingegen geraten ob einem zugefrorenen See ins Schwärmen: Die Geräusche des Eises machen sie glücklich, die Unebenheiten und feinen Risse sind nichts als Herausforderungen – und die Weite der Eisfläche verhilft zum Temporausch. Wann schon, wenn nicht im tiefsten Winter, können Sterbliche übers Wasser gehen, ja, fliegen? Zudem dürfen Natureisflächen anders als Kunsteisbahnen auch mit Strassenschuhwerk betreten werden. Dicke Sohlen sind ratsam.

Wer es längst nicht mehr erwarten kann oder endlich einmal ausprobieren möchte: Dieses Wochenende haben die Fans der freien Fahrt auf der Natureisbahn die Qual der Wahl.

Warmer Kaffee, fleissige Schüler

• Am Samstag, um elf Uhr, wird zum ersten Mal in seiner Geschichte der Karpfenteich im Liebefeld Park für den Eislauf freigegeben. Schon am Donnerstag sei an verschiedenen Stellen eine Eisdicke von 17 Zentimeter gemessen worden, teilte die Gemeinde Köniz am Freitag mit. Die Gemeinde habe in Zusammenarbeit mit dem Liebefeld-Leist die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um der Könizer Bevölkerung den Eislauf auf dem Weiher zu ermöglichen. Der Eislauf wird am Wochenende von 11 bis 18 Uhr und wochentags von 13 bis 18 Uhr betreut und überwacht. Das Eislaufen findet allerdings auch während der überwachten Zeiten auf eigenes Risiko statt.

Wie Markus Kaufmann, Präsident des Liebefeld Leistes, auf Anfrage sagte, wird der Leist «zumindest am Wochenende» und wenn möglich auch sonst für die Eisläuferinnen und Eisläufer «eine Art von Restaurationsbetrieb» einrichten.

• Seit Freitag wird auf dem Moossee gespielt und «geschlöfelt» – auch hier auf eigene Verantwortung: Die Gemeinden Moosseedorf und Urtenen-Schönbühl lehnen bei Unfällen jede Verantwortung und Haftung ab. Anders als im Liebefeld wird die Eisdicke nicht offiziell gemessen und bekannt gegeben.

• Thun hingegen hat schon am Donnerstag stolz vermeldet, der Lachenkanal weise eine Eisschicht von 16 Zentimeter auf und sei für den Eislauf freigegeben. Die Thuner dürfen sich über eine gereinigte Eisfläche freuen: Gemeinderat Roman Gimmel, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, liess das Eis von Mitarbeitern des Tiefbauamtes vorbereiten. Auf seine Initiative hin wurden sie von einer Schulklasse der Oberstufenschule Progymatte unterstützt. Die Schüler reinigten die Oberfläche des Eises. Als Lohn erhielten sie ein Znüni in der freien Natur. Auch hier gilt: Eislaufen auf eigene Verantwortung.

• Oberländer, die lieber nicht in der Stadt Schlittschuh laufen, können auf das Ringgenberger Burgseeli ausweichen. Es ist seit Freitag und bis auf weiteres täglich von 9 bis 22 Uhr zum Eislaufen freigegeben. Der Zugang zur Eisfläche erfolgt ausschliesslich durch den offiziellen Eingang des Strandbades. Das Betreten des abgesperrten Teils ist verboten.

• Wunderschön einladend sieht die weite, spiegelglatte Eisfläche im Hafen von Erlach aus. Sie wurde am Mittwoch von der Gemeinde zum Begehen und Befahren freigegeben – auf eigene Gefahr. Damit die Schiffe im Hafen nicht von Pucks beschädigt werden, ist allerdings das Eishockeyspielen verboten.

• In Gampelen ist das kein Problem: Auf der riesigen Eisfläche am östlichsten Ende des Neuenburgersees tummeln sich Fussgänger, Schlittschuhläuferinnen, Hündeler und eben auch Eishockeyaner. Allerdings: Gampelen hat die Eisfläche nicht offiziell freigegeben.

• Seit Freitag sind auch die Eisschichten der Alten Aare beim «Häftli» und jene des Baggersees in Büren an der Aare dick genug; sie werden am Samstag für die Wintersportler eröffnet. «Betreten der Eisfläche auf eigene Gefahr», schreiben die Gemeinden Büren an der Aare und Meinisberg.

• Ein sicherer Wert und insbesondere für die Bewohner des Schwarzenburgerlandes gut erreichbar ist der auf mehr als 1000 Meter über Meer gelegene freiburgische Schwarzsee: Winter für Winter dient er – «auf eigene Gefahr», wie im Internet gewarnt wird – als Eisbahn, Langlaufpiste, Eisstockschiessplatz und Eishockeyfläche.

• Der lauschige Gerzensee schliesslich darf eigentlich nicht betreten und befahren werden – beides ist richterlich verboten, wie die Ortspolizeibehörden der umliegenden Gemeinden sowie der Eigentümer, das Studienzentrum Gerzensee, am Freitag im Anzeiger meldeten. Sobald es die Eisverhältnisse aber erlauben, wird das Begehen und Befahren des Sees auf eigene Verantwortung durch Warntafeln bekannt gemacht.

• Seit Mittwoch werden zudem auf dem Egelsee in der Stadt Bern Pirouetten gedreht. (Der Bund)

Erstellt: 11.02.2012, 10:14 Uhr

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1 Kommentar

Egli Thomas

12.02.2012, 12:31 Uhr
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Achtung, auf dem Egelsee wird Eintritt verlangt. Finde ich nicht in Ordnung, denn es handelt sich um ein frei zugängliches Gewässer und die Natur hat das Eis geschaffen. Antworten




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