ENSI-Direktor erwartet «zügige» Nachrüstung Mühlebergs

Bis Ende Juni 2013 muss die BKW eine Umsetzungsplanung der geforderten Mühleberg-Nachrüstung vorlegen. «Wir wollen einen verbindlichen Fahrplan», sagt ENSI-Direktor Hans Wanner.

ENSI-Direktor Hans Wanner: Erwartet «zügige» Umsetzung der Nachrüstung für das AKW Mühleberg.

ENSI-Direktor Hans Wanner: Erwartet «zügige» Umsetzung der Nachrüstung für das AKW Mühleberg. Bild: Archivbild/Keystone

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ENSI-Direktor Hans Wanner erwartet, dass der Berner Energiekonzern BKW die geforderten Nachrüstungen für das AKW Mühleberg «zügig an die Hand nimmt» und «unverzüglich» mit der Planung beginnt. Die BKW müsse selbst entscheiden, ob sie die Investitionen in das AKW tätigen wolle.

Die BKW muss bis zum 30. Juni 2013 einen ersten Teil der verbindlichen Umsetzungsplanung einreichen. «Wir wollen einen verbindlichen Fahrplan», machte Wanner am Freitag vor den Medien in Brugg klar.

Die grossen Projekte für die Nachrüstungen benötigten fünf Jahre Zeit. Das bedeute auch Entscheide über die Investitionen der BKW. Es sei möglich, diese Umsetzungsplanung in einem halben Jahr zu realisieren.

«Es ist uns wichtig, dass vorwärts gemacht wird», sagte auch Georg Schwarz, ENSI-Vizedirektor und Leiter des Aufsichtsbereichs Kernkraftwerke. «Es ist ein grosses Projekt. Wenn man zuwartet, ist der Endtermin 2017 schwierig zu erreichen.»

Nicht vom Netz

Bis zur Umsetzung der letzten Nachrüstung könne das AKW Mühleberg in Betrieb bleiben, weil das Werk die im Gesetz festgeschriebenen sicherheitstechnischen Anforderungen erfülle, führte ENSI-Direktor Wanner aus.

Es gebe keinen Grund das Werk vom Netz zu nehmen. Es gehe nun darum, mit den Nachrüstungen die Sicherheitsmargen zu erhöhen, hielt Wanner fest. Er sprach von «strengen und umfassenden» Prüfungen des AKW Mühleberg.

Nachrüstungen teurer als erwartet

Man habe zur Kenntnis genommen, dass die BKW mitgeteilt habe, sie verschiebe den Entscheid zur Nachrüstung um ein halbes Jahr. Der Energiekonzern begründete den Schritt damit, dass die Nachrüstungen teurer würden als bisher angenommen.

Die BKW ging von einer Summe von 170 Millionen Franken aus. Erst Ende 2013 will die BKW nach eigenen Angaben entscheiden, ob die geplanten Nachrüstungen wirtschaftlich seien.

Es sei jedoch nicht Aufgabe des ENSI, über die Wirtschaftlichkeit der Nachrüstungen zu entscheiden. Die Aufsichtsbehörde habe das umfassende Instandhaltungskonzept der BKW für das AKW Mühleberg im Grundsatz akzeptiert.

Wanner sagte zudem, das ENSI habe diese Woche auch seine Stellungnahme gegenüber dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) zum umfassenden Instandhaltungskonzept abgegeben. Das ENSI wolle, dass seine Forderungen ins Verfahren einfliessen würden. (gbl/sda)

Erstellt: 21.12.2012, 11:23 Uhr

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