Bern

Magerer Gewinn für die BLS

Aktualisiert am 24.04.2012

Mehr Personen und mehr Güter beförderte die BLS im 2011. Trotz diesem Wachstum: Das Bahnunternehmen schreibt nur einen kleinen Gewinn von 200'000 Franken.

Trotz mehr Passagieren: Die BLS verzeichnet lediglich einen Konzerngewinn von 200'000 Franken.

Trotz mehr Passagieren: Die BLS verzeichnet lediglich einen Konzerngewinn von 200'000 Franken.
Bild: Keystone

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Das Berner Bahnunternehmen BLS hat im vergangenen Jahr mehr Personen und Güter befördert, aber lediglich einen Konzerngewinn von 200'000 Franken verzeichnet. Die Gründe dafür sind die Schwäche des Euro und die Sanierung der Pensionskasse, die mit über 18 Millionen Franken zu Buche schlug.

200'000 Franken Gewinn seien doch «herzlich wenig», sagte Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli am Dienstag anlässlich der Bilanzmedienkonferenz vor den Medien in Bern. Das reiche «hinten und vorne nicht», um ein Unternehmen von der Grösse der BLS weiterzuentwickeln.

Dazu wäre ein Gewinn in der Höhe von 25 bis 30 Millionen Franken nötig, nannte Stämpfli das Ziel für die kommenden Jahre. Nur so werde das zweitgrösste Schweizer Bahnunternehmen den Herausforderungen der Zukunft und den wachsenden Mobilitätsansprüchen gerecht.

Um dieses Gewinnziel zu erreichen, will die BLS auf verschiedenen Ebenen tätig werden. In der politischen Diskussion etwa will sich das Bahnunternehmen für eine weitergehende Liberalisierung des Schienenverkehrs einsetzen.

Auf betrieblicher Ebene will das Unternehmen effizienter werden, wie CEO Bernard Guillelmon betonte. Dabei gehe es nicht darum, Personal abzubauen, sondern darum, die wachsende Nachfrage mit bestehenden Mitteln zu bewältigen. Verbesserungen seien unter anderem bei den Standzeiten oder bei schlechten Anschlüssen möglich.

Mehr Passagiere und Güter

Per Bahn, Bus oder Schiff beförderte die BLS im vergangenen Jahr 55,672 Millionen Menschen - rund 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit reisten in BLS-Zügen täglich rund 142'000 Personen, das entspricht in etwa der Einwohnerzahl der Städte Bern und Burgdorf zusammen.

Weil die Ertragssteigerungen aber mit den Mehrkosten nicht ganz mithalten konnten, resultierte beim Personenverkehr letztlich ein Verlust von 0,3 Millionen Franken.

Ein schlechtes Jahr war 2011 für die Schifffahrt auf dem Thuner- und dem Brienzersee. Das Wetter, der schwache Euro und ein ausgedünnter Fahrplan liessen die Fahrgastzahlen einbrechen.

Daraus resultierte ein Verlust von 1,2 Millionen Franken. In der nun angelaufenen Saison verkehren wieder mehr Kursschiffe. Zudem wurden die Anschlüsse an die Züge besser ausgestaltet.

Im Güterverkehr steigerte die BLS Cargo die Verkehrsleistung um 13,8 Prozent. Der schwache Euro führte bei der Güterverkehrs-Tochter jedoch zu einem Verlust von 0,5 Millionen Franken.

Hohe Investitionen

Um der steigenden Nachfrage im Personenverkehr gerecht zu werden - Guillelmon sprach von vier bis fünf Prozent jährlich allein bei der S-Bahn Bern - investiert das Bahnunternehmen in seine Flotte. Vor rund einem Monat konnte der erste von 28 Doppelstockzügen enthüllt werden.

Die Doppelstockzüge kosten die BLS 494 Millionen Franken. Noch nie zuvor in der 100-jährigen Unternehmensgeschichte hat die BLS laut ihrem Chef so viel in Züge investiert.

Die Finanzierung sei ein Kraftakt, betonte Guillelmon. Sie führe zu einer höheren Verschuldung und damit zu einer höheren Zinslast. Auch dies sei ein Grund, warum künftig wieder mehr Mittel erwirtschaftet werden müssen. Bis 2025 plant die BLS weitere Investitionen ins Rollmaterial von insgesamt rund 0,7 Milliarden Franken.

Daneben macht sich die BLS stark für eine rasche Erweiterung des Bahnhofs Bern und den Ausbau der Aaretal-Strecke. Auch der Vollausbau des Lötschberg-Basistunnels bleibt ein Anliegen des Unternehmens. (bs/sda)

Erstellt: 24.04.2012, 09:14 Uhr

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