Der Grüne Blaise Kropf war der Populärste

Die Analyse der Panaschierstimmen bei den Grossratswahlen im Wahlkreis Stadt Bern zeigt: SP und Grüne lagen klar vor den bürgerlichen Parteien.

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Es war ein knappes Rennen um den Titel des Panaschierkönigs im Wahlkreis Stadt Bern. Mit 80,9 Panaschierstimmen auf 1000 Listen liegt Blaise Kropf vom Grünen Bündnis minim vor der Sozialdemokratin Ursula Marti, die es auf 80,8 Stimmen brachte. Nicht weit zurück ist mit 79,0 Stimmen auf 1000 Listen der Drittplatzierte Hasim Sancar, auch er vom Grünen Bündnis.

Nach Geschlechtern sind die ersten 20 Plätze so gleichmässig verteilt wie nur möglich: 10 Frauen, 10 Männer. Nicht aber nach Parteien. Nur gerade vier Personen gehören bürgerlichen Parteien an, Vania Kohli (BDP) auf Rang 6, Mathias Tromp (BDP) auf Rang 8, Philippe Müller (FDP) auf Rang 15 und Adrian Haas (FDP) auf Rang 18. Die Grünliberalen sind mit Barbara Mühlheim (Rang 16) und Tanja Sollberger (17) vertreten. Klar die Oberhand haben also Grüne und SP mit 14 dieser 20 Spitzenkandidaten.

Vergleich nur in der Stadt Bern

Es fällt auf, dass nicht alle 20 Kandidaten in dieser Rangliste auch den Sprung in den Grossen Rat des Kantons Bern geschafft haben. Nicht gewählt wurden Mathias Tromp (BDP), Rahel Ruch (GB) und gleich drei Kandidaten der SP-Männerliste: David Stampfli, Stefan Jordi und Andreas Zysset. Bei der SP und den Grünen hängt dies damit zusammen, dass die Mandate ihrer Parteien Kandidatinnen und Kandidaten mit noch höheren Stimmenzahlen zufielen. David Stampfli liegt in dieser Rangliste zwar vor Andreas Hofmann, der aber SP-­intern viel besser abschnitt und deshalb als Grossrat bestätigt wurde. Mathias Tromp wurde ein Opfer davon, dass die BDP im Vergleich zu 2010 fast 5 Prozentpunkte an Wähleranteil verlor und nur noch einen Sitz eroberte.

Eine Rangliste der Spitzenkandidaten nach Panaschierstimmen kann im Übrigen nur für die Stadt Bern erstellt werden, weil die entsprechenden Daten allein für diesen Wahlkreis vorliegen. Berücksichtigt sind ausschliesslich «echte» Panaschierstimmen, also z. B. keine Stimmen, die zwischen SP-Männerliste und SP-Frauenliste ausgetauscht wurden.

SVP mit der besten Parteidisziplin

Wie gesehen, sind die Bürgerlichen in der Rangliste nach Spitzenkandidaten nur schwach vertreten. Das hat einen einfachen Grund: Die Wählerschaft der SP und Grünen panaschierte viel fleissiger als die Wählerschaft der bürgerlichen Parteien. Davon zeugt die zweite Tabelle, in der die Parteien nach Parteidisziplin geordnet sind: Klar am Partei- treusten stimmten die Anhänger der SVP, die auf 100 Listen lediglich 68,3 Panaschierstimmen abgaben. Schon deutlich zurück liegen EDU mit 90,4 und EVP mit 119,0. Die Wählerschaft der FDP panaschierte fast doppelt so viel wie jene der SVP, kommt aber immer noch auf Platz 4. Mit den Werten von 174,1 bzw. 180,2 belegen Grüne und SP Plätze in der Tabellenmitte.

GPB panaschiert am stärksten

Je mehr panaschiert wird, desto weniger gefestigt sind in der Regel entweder die ideologischen Konturen einer Partei oder – etwa im Fall der PDA – desto geringer die Stammwählerschaft. Es erstaunt deshalb nicht, dass Grünliberale (Platz 8) und die BDP (10) hinter den länger etablierten Parteien liegen. Dasselbe gilt auch für die Schlusslichter dieser Tabelle, die Liste für die Trennung von Staat und Kirche LTSK, die Linksparteien AL und PDA sowie die Grüne Partei Bern. Die Unterschiede zwischen Rang 1 und 13 sind enorm: Bei der GPB wurde rund fünfmal so viel panaschiert wie bei der SVP. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.06.2014, 14:36 Uhr

Die Parteidisziplin im Wahlkreis Stadt Bern (klicken zum Vergrössern).

Die Panaschierkönige und -königinnen 2014 (klicken zum Vergrössern).

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