Bern

Berns Polizisten verteidigen sich auch mit dem Velo

Von David Naef. Aktualisiert am 02.06.2012 3 Kommentare

Die Kantonspolizei Bern setzt in den Städten vermehrt auf Velopatrouillen. In Bern, Burgdorf, Langenthal und Interlaken sind Polizisten seit diesem Freitag regelmässig auf Velos unterwegs. In Biel gehört die «Bike Patrol» schon seit 2002 zum Stadtbild.

Beat Fahner und David Tomal verfolgen keine Bankräuber, dafür richten sie ihr Augenmerk auf Fahrradfahrer.

Beat Fahner und David Tomal verfolgen keine Bankräuber, dafür richten sie ihr Augenmerk auf Fahrradfahrer.
Bild: Thomas Räufer

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Seit Freitag ist die Kantonspolizei auf dem Fahrrad unterwegs: In den Städten Interlaken, Bern, Burgdorf und Langenthal gehen sogenannte Bike-Patrols – Polizisten auf dem Fahrrad – auf Patrouille. Was in England und Amerika bereits zum alltäglichen Strassenbild gehört, ist in Berns Gassen neu. Werden bald Polizisten mit ihren Fahrrädern durch die Altstadt strampeln und Bankräuber verfolgen? Alfred Rickli, Chef stationierte Polizei Bern, verneint: «Dafür gibt es geeignetere Einsatzmittel.»

Schnell und flexibel

Trotzdem, die Patrouille auf dem Fahrrad bringe einige Vorteile mit sich, gerade in der Velostadt Bern, sagt Rickli: Man sei mit dem Fahrrad in den engen Gassen schneller und flexibler unterwegs als zu Fuss oder mit dem Auto. Und Fahrrad-Polizist Beat Fahner fügt an: «Wir bekommen mehr mit. Zum Beispiel riechen wir den Kiffer, den wir aus dem Polizeiauto nicht wahrnehmen würden.» Ausserdem werde durch das Fahrrad – genau wie mit Pferd und Hund – der Kontakt mit Bürgern vereinfacht und Vertrauen geweckt: «Wir werden vermehrt angesprochen», sagt Fahner.

Beat Fahner ist einer der beiden Ausbildungsverantwortlichen für die Bike-Patrols der Kantonspolizei Bern. Ohne Vorbereitung wird kein Polizist mit dem Fahrrad auf Patrouille geschickt: «Die Ausbildung dauert zwei Tage. Darin lernt man Fahrtechnik, aber auch taktisches Verhalten», erklärt Fahner. Zum Beispiel üben die Polizisten, wie das Fahrrad bei einer Personenkontrolle hingestellt werden muss oder wie man sich mithilfe des Fahrrads verteidigen kann. Nebst dieser Grundausbildung müssen die allesamt jungen, sportlichen Fahrradpolizisten jährlich einen Fortbildungskurs absolvieren. Zurzeit besuchen 34 Polizistinnen und Polizisten die zweitägige Grundausbildung oder haben sie bereits abgeschlossen.

Acht Velos in Bern

Die ausgebildeten Polizisten sind aber nicht immer auf dem Zweirad unterwegs. Nach wie vor patrouillieren sie hauptsächlich zu Fuss oder im Auto. Denn in Polizei in der Stadt Bern stehen zurzeit nur acht Fahrräder zur Verfügung. Zwischen 2500 und 3000 Franken kostet ein solches Fahrrad. Die persönliche Ausrüstung hat zudem einen Wert von rund 700 Franken. Zu dieser gehört beispielsweise die Kleidung, unter anderem auch Regenhosen und eine Fahrrad-Jacke. Man fahre grundsätzlich bei jeder Witterung, erzählt Fahner. Nur im Winter werden die Velos weggestellt.

Fahrradfahrer im Blick

Im Einsatz würden die Bike-Patrols hauptsächlich präventive Präsenz markieren, sagt Alfred Rickli. Trotzdem, die Berner Fahrradfahrer müssen sich vermehrt in Acht nehmen: «Wir werden sicher ein Augenmerk auf sie legen», ergänzt Fahner. Den Bussenblock hat er auch auf dem Fahrrad mit dabei. Ein Einsatz der Bike-Patrols an Demonstrationen oder ähnlichen Anlässen ist nicht angedacht. «Nur wenn es Sinn macht», sagt Rickli. Sinn macht es unter anderem am autofreien Sonntag am 1. Juli. Dann werden sich auch einige Polizisten aufs Fahrrad schwingen. (Der Bund)

Erstellt: 02.06.2012, 08:36 Uhr

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3 Kommentare

Adrian Meier

02.06.2012, 21:58 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Das Bern überhaupt noch Polizisten hat, grenzt an ein Wunder. Wer tut sich das schon freiwillig an. Antworten


Lea Gartner

27.06.2012, 18:33 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Wow! Der grösste Vorteil ist, dass man besser Kiffer jagen kann? Wir haben wirklich massive Kriminalitätsprobleme in der Stadt Antworten



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