Bern hat ein neues Hundegesetz

Hundehalter müssen im Kanton den Kot ihrer Tiere künftig überall entfernen. Diese und andere Neuerungen bringt das neue Hundegesetz, das der Grosse Rat am Dienstag verabschiedet hat.

Ein Robidog für alle Fälle: Das neue Hundegesetz des Kantons Bern vor, dass Hundekot überall durch den Hundehalter entfernt werden muss.

Ein Robidog für alle Fälle: Das neue Hundegesetz des Kantons Bern vor, dass Hundekot überall durch den Hundehalter entfernt werden muss. Bild: Adrian Moser (Archiv)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Kanton Bern erarbeitete das Gesetz, nachdem eine Bundeslösung gescheitert war. Das bernische Hundegesetz enthält keine Rassenverbote, wie sie vor einigen Jahren noch diskutiert wurden.

Das Gesetz war im Kantonsparlament weitgehend unbestritten. Einzig die leidigen Hundehaufen gaben am Dienstag zu reden. Regierung und Kommission schlugen folgende Formulierung vor: «Wer einen Hund ausführt, hat dessen Kot zu beseitigen.»

Die Formulierung sei in Bezug auf Privatgrundstücke rechtlich heikel, gab Roberto Bernasconi (SP/Malleray) zu bedenken. Er schlug vor, dass der Kot vom öffentlich zugänglichen Grund und Kulturland zu entfernen sei.

Für einen Hundehalter sei nicht ohne weiteres klar, was nun öffentlicher Grund oder Kulturland sei und was nicht, betonten verschiedene Fraktionssprecher.

Wenn der Kanton Bern wolle, dass Hundehalter die Regelung befolgten, dann brauche es eine griffige, einfach verständliche Formulierung.

Das Parlament sprach sich schliesslich für die einfache Formulierung aus und lehnte den Antrag von Roberto Bernasconi ab.

Hunde nicht mehr töten

Das bernische Hundegesetz behandelt neu auch die Hundetaxe, die bisher anderweitig geregelt war. Keine Chance hatte ein Antrag aus den Reihen der SP, die Hundetaxen der Gemeinden auf maximal 150 Franken zu begrenzen. Nicht mehr im Gesetz enthalten ist übrigens die Androhung, dass Hunde getötet werden können, wenn ihre Halter für sie keine Taxe entrichten.

Neu müssen Hundehalter obligatorisch über eine Haftpflichtversicherung verfügen und sich an grundlegende Regeln halten. Dazu gehört auch, dass die Halter ihre Tiere jederzeit wirksam unter Kontrolle halten müssen.

Schliesslich regelt das Gesetz auch Massnahmen und Sanktionen, mit denen die Behörden auf Problemhunde und ihre Halter reagieren können.

Der Grosse Rat verabschiedete das neue Hundegesetz schliesslich mit 131 zu 8 Stimmen bei einer Enthaltung. Das Parlament verzichtet auf eine zweite Lesung.

Keine Bundeslösung

Nachdem Kampfhunde im Jahr 2005 im Kanton Zürich einen kleinen Jungen totgebissen hatten, entflammte in der Schweiz eine heftige Diskussion über Hundehaltung und Rassenverbote.

Weil ein nationales Hundegesetz scheiterte, wurden schliesslich die Kantone aktiv.

(dam/sda)

Erstellt: 27.03.2012, 14:31 Uhr

Artikel zum Thema

Hundegesetz: Nun ist der Grosse Rat an der Reihe

Das neue Hundegesetz des Kantons Bern ist in der Vernehmlassung auf breite Zustimmung gestossen. Der Regierungsrat hat den Erlass nach einigen kleinen Anpassungen nun ans Parlament weitergeleitet, wie er am Freitag mitteilte. Mehr...

Regierungsrat will kantonales Hundegesetz

Der Kanton Bern soll ein kantonales Hundegesetz erhalten. Dies plant der bernische Regierungsrat, nachdem auf Bundesebene kein einheitliches Hundegesetz zustande gekommen ist. Mehr...

Das nationale Hundegesetz steht vor dem Aus

Die eidgenössischen Räte verlangen, dass Zürich und andere Kantone ihr Pitbull-Verbot wieder zurücknehmen. An dieser Forderung droht nun das ganze Bundesgesetz zum Schutz vor Kampfhunden zu scheitern. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Blogs

Mamablog Auch Mamis können lesen
Sweet Home Das tut Frauenwohnungen gut
Welttheater Stille in Chinas Zügen

Die Welt in Bildern

Lichtermeer: Kinder rennen durch eine Licht-Installation im Zoo von Sydney (21. Mai 2017).
(Bild: Wendell Teodoro) Mehr...