Bern
Auf halbem Weg zum Gummiboot-Rekord
Von Joël Baumann. Aktualisiert am 03.08.2012
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Drei Bedingungen sollten für einen erfolgsversprecheneden Gummiboot-Weltrekordversuch erfüllt sein. Erstens muss das Wetter mitspielen. Diesbezüglich stehen die Chancen gut: Sonnig und warm meldet der Wetterbericht für Samstag. Zweitens darf es keinen Zwischenfall geben, sprich alle Seiten müssen die Sicherheit der Teilnehmer ins Zentrum stellen. Und drittens braucht es natürlich genügend Teilnehmer. Während im Vorfeld vor allem die Sicherheitsfrage kontrovers diskutiert wurde, sieht es nun bezüglich der dritten Bedingung eng aus: Dem Weltrekordversuch fehlen die Anmeldungen.
Auf halbem Weg zum erneuten Rekord
In manchem Berner Briefkasten befand sich am Freitagmorgen ein blauer Handzettel, auf dem ein Bär dem Betrachter aus einem roten Boot zuwinkt. Der Flyer «Weltrekord Aareböötle» soll nochmals tüchtig die Werbetrommel für das «Gummibootrennen» vom Samstag rühren. Scheinbar fehlen dem Event noch die Teilnehmer.
Tatsächlich: Laut Samuel Mäder vom Unternehmen Gonnado, das den Anlass auf der Aare organisiert, haben sich erst 630 Teilnehmer registriert. Mehr als 1215 Teilnehmer müssten sich aber in den roten Booten auf die Aare begeben, um den Rekord vom letzten Jahr zu knacken. Es fehlen also noch rund 585 Teilnehmer zum Rekord. Immerhin: «Die 630 Registrierten kommen sicher, denn sie haben schon bezahlt», sagt Mäder.
Trotzdem sagt Mäder, er glaube zuversichtlich daran, dass man den Rekord vom letzten Jahr übertreffen könne. Dafür spreche, dass sich immer mehr Leute anmeldeten, je näher der Anlass kommt. Laut Mäder laufen am Vortag des Events im Büro des Veranstalters denn auch die Telfondrähte heiss: Bis zu hundert neue Teilnehmer wollten sich bei Gonnado für das gemeinsame Erlebnis auf der Aare anmelden, sagt Mäder.
Nur geübte Schwimmer
Auch wenn die Grenze von 1215 Teilnehmern nicht geknackt werden sollte und verhältnismässig «wenig» Wasserratten am Anlass teilnehmen: Die Frage, wie man die Sicherheit für so viele Menschen auf der stellenweise unberechenbaren Aare gewährleisten wolle, muss dem Veranstalter gestellt werden. Mäder meint: «Wir nehmen das Thema Sicherheit sehr ernst und haben die Sicherheitsvorkehrungen im Vergleich zum letzten Jahr deutlich verschärft».
Man habe bewusst einen unproblematischen Streckenabschnitt gewählt und alle Teilnehmer müssten sich vor dem Einstieg auf die Aare einem Briefing über die Sicherheitsbestimmungen unterziehen. Zudem würden laut Gonnado rund 1500 Schwimmwesten verteilt und nur über 18-jährige, geübte Schwimmer zum Anlass zugelassen. Auf die Frage, woran geübte Schwimmer zu erkennen seien, antwortet Mäder: «Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er oder sie sich fähig fühlt, am Anlass teilzunehmen». Die Verantwortung liege beim Teilnehmer.
Die Teilnehmer erhalten laut Mäder Soft-Drinks, damit sie auf der Aare genug zu trinken haben. Alkoholische Getränke würden den Teilnehmern vor dem Einwassern abgenommen und im Eichholz wieder zurückgegeben. «Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass irgendjemand alkoholisiert an unserem Anlass teilnimmt», sagt Mäder. Trinken könne man ja nach der zweistündigen Fahrt im Eichholz.
Sünnele, bädele u böötle
Im Zentrum steht für Mäder klar das positive Erlebnis: «Die Leute sollen erstens Spass haben, flirten und viel Positives mitnehmen: Sünnele, bädele u böötle». Zweitens sei wichtig, dass es keine negativen Zwischenfälle gebe. Erst an dritter Stelle komme der Rekordversuch selber. Schön wäre für Mäder wohl auch, wenn alle drei Bedingungen erfüllt würden und Bern den Rekord verteidigen könnte – bei schönem Wetter und vor allem ohne Zwischenfälle. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.08.2012, 16:36 Uhr
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