Bern
Auch bei Berner Bahnstrecken könnte Stillegung geprüft werden
Von Simon Thönen. Aktualisiert am 16.10.2012 5 Kommentare
Regionalbahnen
Diese Strecken sind schwach ausgelastet
SBB:Biel-Sonceboz-Sombeval-Moutier.Biel-Sonceboz-Sombeval-La Chaux-de-Fonds.S 23/S 29: Langenthal-Olten-Aarau. Biel-Oberdorf-Solothurn-Olten.Neuenburg-Biel.
BLS:RE Spiez-Interlaken-Ost, S 44 Burgdorf-Wiler, Burgdorf-Solothurn, Kerzers-Lyss, S 31 Belp-Bern, Thun-Hasle-Rüegsau, S 7 Wolhusen-Langenthal, Spiez-Frutigen (Verdichtungszüge), Lyss-Büren a. A., S 6 Luzern-Wolhusen-Langnau, S 6 Wolhusen-Langenthal, S 52 Bern-Kerzers, S 3 Belp-Bern, S 51 Bern-Bern Brünnen Westside, Spiez-Interlaken-Ost, RE Spiez-Zweisimmen, S 6 Bern-Schwarzenburg, S 2 Laupen-Flamatt-Bern, RE Burgdorf-Solothurn, S 1 Fribourg-Flamatt-Bern
Bernmobil:
6 Bern-Muri-Worb Dorf
MOB:
Zweisimmen-Lenk, Zweisimmen-Saanen, Montreux-Zweisimmen
MIB:
Meiringen-Innertkirchen
Aare Seeland Mobil:
Solothurn-Niederbipp, Langenthal-St. Urban Ziegelei, Biel-Täuffelen-Ins, Langenthal-Niederbipp
Zentralbahn: Meiringen-Interlaken
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Nun liegt die Liste Regionalbahnen mit tiefer Kostendeckung des Bundesamtes für Verkehr (BAV) vor: 35 der 176 Bahnstrecken befinden sich im Kanton Bern. Darunter ist etwa das blau-rote Tram der Linie 6 von Bernmobil auf der Strecke von Bern nach Worb, die S-Bahn 6 von Bern nach Schwarzenburg, die S 52 zwischen Bern und Kerzers oder der RE zwischen Spiez und Zweisimmen.
Der Bundesrat will, dass die Kantone bei diesen Bahnstrecken eine Umstellung auf den kostengünstigeren Busbetrieb prüfen. Dies schlägt er zumindest im Entwurf für ein Verordnungspaket vor, das letzte Woche in die Vernehmlassung geschickt wurde. Die Kantone können bis am 22. November dazu Stellung nehmen.
Stilllegungen von Bahnen und ihre Umstellung auf Busbetrieb wecken meist Protest bei den betroffenen Passagieren und Regionen. «Überprüfen heisst noch nicht, dass auf Bus umgestellt wird», betont auf Anfrage BAV-Sprecher Andreas Windlinger. Bei Bahnstrecken mit einem Kostendeckungsgrad zwischen 30 und 50 Prozent müsste die Überprüfung laut Verordnungsentwurf erst geschehen, wenn grössere Investitionen anstehen.
Raschere Prüfung bei 10 Strecken
Eine raschere Überprüfung ist vorgesehen, falls auf einer Bahnstrecke weniger als 30 Prozent der Kosten erwirtschaftet werden. In diesem Fall müsste laut Verordnungsentwurf alle vier Jahre geprüft werden, ob ein Busbetrieb möglich ist. Im Kanton Bern betrifft dies zehn Strecken, darunter die S 31 Belp-Bern, den RE zwischen Spiez und Interlaken oder die Strecke Biel-Moutier (im Kasten kursiv hervorgehoben).
«Bei schwach ausgelasteten Bahnstrecken prüft der Kanton Bern schon heute eine Umstellung auf Busbetrieb», sagt die bernische Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP) nach einer ersten Durchsicht der Vorlage. Neu wäre einzig die Bestimmung, dass dies bei Strecken mit weniger als 30 Prozent Kostendeckung alle vier Jahre stattfinden müsste. «Dabei bleibt aber unklar, wie die Überprüfung durchzuführen wäre.»
Hindernisse für Umstellung
Der Kanton hat laut Egger in den letzten Jahren bei fünf Bahnstrecken eine Umstellung auf Busse geprüft, diese aber nur auf einer Strecke vorgenommen. «Erfahrungsgemäss macht die Umstellung einer Regionalstrecke wenig Sinn, falls man die Schieneninfrastruktur für den Fernverkehr weiterhin braucht», sagt Egger. So etwa auf der Strecke Spiez-Interlaken. Und auch dort, wo sie sinnvoll wäre, fehlt oft die politische Akzeptanz. Meistens werde bei schwach ausgelasteten Bahnstrecken deshalb nur die Frequenz der Züge reduziert. (Der Bund)
Erstellt: 15.10.2012, 12:25 Uhr
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5 Kommentare
und wie berechnet man unrentable Strassen? Es gibt ja hunderte von Strassen mit wenig Verkehr, ich wäre eher dafür, daraus wieder Aecker zu machen als aus Eisenbahnlinien. Denn stell Dir vor, das Erdöl wird knapp und man muss wieder mehr die Bahn nehmen. Was, wenn die Linien dann nicht mehr da sind. Ein wenig mehr Weitsicht wäre gut. Antworten
Die Stillegung muss nicht geprüft werden - es handelt sich um eine Vernehmlassung. Es besteht lediglich die Möglichkeit, dass irgendwann in der Zukunft eine Stillegung geprüft wird - aber das wollen weder Medien noch Leser/Leserinnen wahrhaben Antworten
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